Eimmarts copernicanisches Planetarium

1680 ließ Eimmart nach seinen Anweisungen von Johann Ludtring ein copernicanisches Planetarium anfertigen, d.h. ein Gerät mit dem aus heliozentrischer Sicht der Lauf der Planeten um die Sonne dargestellt werden konnte. Es wurde 1690 durch die Nürnberger Kaufleute Andreas Ingolstetter und Jacob Grassel um 300 Gulden angekauft und der Universität Altdorf zur Verfügung gestellt.

Johann Christoph Sturm verfasste ein Vorwort zu einer ausfährlichen Beschreibung des Gerätes durch Eimmart und brachte diese Schrift 1695 heraus. Deren Anfang lautet in freier Übersetzung: "Die völlig aus Messing konstruierte unbewegliche Armillarsphäre hat einen Durchmesser von fast zwei Fuß und eine Höhe von ungefähr drei Nürnberger Füßen, wenn man den Sockel mit dem hölzernem Gestell einbezieht. Sie enthält das nach der copernicanischen Hypthese angeordnete System unserer Planeten, wobei jeder Planet auf seinem eigenen Ring mit seiner eigenen Periode vorrückt. Die Sonne befindet sich unbeweglich im Zentrum der Sphäre und stellt mit Ausnahme der Monde für alle übrigen Planeten die Achse für die gemeinsame Kreisbewegung dar." Es folgt die Beschreibung der einzelnen Planetenbahnen.

Der Altdorfer Historiker und Orientalist Johann Christoph Wagenseil hat das Planetarium in seiner Beschreibung der Stadt Nürnberg von 1697 als eines der Hauptverdienste von Eimmart herausgestellt und es ausführlich beschrieben (S. 154-156). Das Planetarium wurde zunächst in der Universitätsbibliothek aufbewahrt (siehe die Abb. unten), erst beim Neubau der Sternwarte wurde es 1713 dorthin gebracht und hauptsächlich für Unterrichtszwecke verwendet. Unterdessen ist es eines der Schmuckstücke der Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums auf der Nürnberger Burg.



Johann Georg Puschner: Die Bibliothec in dem Collegio zu Altdorf.
Links ist zwischen den Fenstern Eimmarts Planetarium zu erkennen.