Eimmarts Teleskope


Eimmart hatte vier große Teleskope, die zwischen 10 und 16 Fuß (ca. 3,0 m und 4,8 m) lang waren. Sie sind hier mit ihren Halterungen zu sehen, womit klar wird, dass damit Beobachtungen nicht einfach waren. Rechts ist zusätzlich ein Helioskop angebracht, ein Gerät zur Beobachtung von Sonnenfinsternissen und Sonnenflecken.

Auf den ersten bekannten Abbildungen der Eimmart-Sternwarte finden sich keine größeren Teleskope und auch keine Stützpfeiler dafür. Die Erlanger Universitätsbibliothek besitzt einen Beobachtungsband Eimmarts,[1] der die Jahre bis 1684 umfasst, auch darin werden keine größeren Teleskope erwähnt. Erst in einem undatierten Brief, der wahrscheinlich Mitte der achtziger Jahre geschrieben wurde,[2] wird die Verwendung eines "12schuhigen tubi" erwähnt. Größere Teleskope scheinen somit in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre angeschafft worden zu sein. Im Stellarum micrographia überschriebenen 42. Band aus seinem Nachlass gab er Vermessungen zahlreicher Sternbilder wieder. 1697 verwendete er dabei drei verschiedene Teleskope, wobei er die "capacitas vitri", also das Blickfeld, zu 36, 40 und 54 Bogenminuten angab.[3]

Woher Eimmart seine Teleskope bezog, ist nicht geklärt. In dem oben angeführten Brief schrieb er über "die qualität meines 12 schuhigen Tubi [der] von einem hiesigen artifice zubereitet" worden sein soll. Diese Person konnte bislang nicht identifiziert werden. Bei Anfragen nach Fernrohren soll Eimmart um 1700 auf die optische Werkstatt von Christian Mur (1635-1721) und Johannes Sterr (um 1667-1746) in Freising verwiesen haben.[4]

Vor- und Nachteile der "Gestelle zu den Tubis" diskutiert Johann Leonhard Rost in seinem Astronomischen Handbuch von 1718 (S. 349f.).


Fussnoten

  1. UB Erlangen: Ms 848: Rerum Sideralium Farrago (Beobachtungstagebuch von Eimmart für 1678-1684).
  2. Eimmart-Nachlass Bd. 1, Bl. 386r.
  3. Eimmart-Nachlass Bd. 42, Bl. 3, 19, 20.
  4. Keil, Inge: Augustanus Opticus. Berlin: Akademie Verlag 2000, S.96.