Johann Leonhard Rost

Autor des Astronomischen Handbuchs von 1718.

* 14.2.1688 in Nürnberg ; †22.3.1727 in Nürnberg

Lebenslauf:

Nach dem Besuch der Schule bei St. Sebald wechselte Johann Leonhard Rost 1703 ans Egidienymnasium. Damals begann auch seine Mitarbeit als Assistent bei Georg Christoph Eimmart (1638-1705) auf dessen Sternwarte. Ab Dezember 1705 studierte er in Altdorf, 1708 wechselte er nach Leipzig, ein Jahr später nach Jena.

1708, und damit in Leipzig, trat Rost erstmals als Schriftsteller „galanter Romane“ in Erscheinung. Unter dem Pseudonym Meletaon erschien Die getreue Bellandra und kurz drauf Die unglückselige Atalanta. Mit seiner Schriftstellerei verdiente er seinen Lebensunterhalt. Ob er auch nach 1715 noch Romane geschrieben hat – wie in der Literatur häufig behauptet wird –, ist zweifelhaft (zu Rost als Schriftsteller siehe den unten angegebene Link).

1715 kehrte Rost endgültig nach Nürnberg zurück und begann sich nun wieder sehr für die Astronomie zu interessieren. Dazu erwarb er sich die Freundschaft von Johann Philipp von Wurzelbau (1651-1725) und assistierte ihm häufig bei dessen astronomischen Beobachtungen, führte aber auch zahlreiche eigene Beobachtungen durch. Keine vierzig Jahre alt geworden starb Rost 1727.

Wirken:

Von seinen zahlreichen Beobachtungen zeugen ca. einhundert Artikel, die Rost in wissenschaftlichen Zeitungen seiner Zeit veröffentlichte, insbesondere in den sogenannten Breslauischen Sammlungen. Er gab aber auch kleiner Schriften heraus, in denen er von Sonnen- oder Mondfinsternissen sowie von Nordlichtern und schweren Unwettern berichtete.

Bekannt wurde er vor allem für seine 1718 herausgebrachtes Astronomisches Handbuch. Es ist das vierte in die Astronomie einführende Werk in deutscher Sprache, wie seine drei Vorgänger kam es in Nürnberg heraus. Gleichzeitig ist es das erst Praxishandbuch der Astronomie. Nach einer von Wurzelbau geschriebenen historischen Einleitung führt es im zweiten Teil in die gängigen astronomischen Berechnungen ein. Der dritte Teil stellt die damals verwendeten astronomischen Geräte vor, insbesondere findet man hier eine ausführliche Beschreibung der Geräte der Eimmart-Sternwarte.

1723 erschien sein Atlas portatilis coelestis (Tragbarer Himmelsatlas), der speziell Schüler in die „Anfangsgründe der Astronomie“ einführen sollte. Im Anhang finden sich zahlreiche kolorierte Karten der Sternbilder, weswegen dieses Werk heutzutage als bibliophile Kostbarkeit gilt.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Am 3. Februar 1723 wurde Rost als korrespondierendes Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Ein Krater auf dem Mond wurde von dem bedeutenden Hobbyastronomen Johann Hieronymus Schröter (1745-1816) um 1800 nach Rost benannt.

Ausgewählte Werke:

Rost als Astronom

Literatur:

Links:



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