Bernhard Walther

Schüler Regiomontans und genauester astronomischer Beobachter seiner Zeit.

* ca. 1430 in Memmingen ; †Mitte Juni 1504 in Nürnberg

Lebenslauf:

1467 wurde Walther als Bürger in die Reichsstadt Nürnberg aufgenommen. Er organisierte die Handelszüge der Vöhlin-Gesellschaft aus Memmingen (später Vöhlin-Welser-Gesellschaft). Wo Walther zuerst wohnte ist nicht bekannt, 1487 erwarb er – wohl im Auftrag der Vöhlin-Gesellschaft – den Eislingerhof an der Westseite des Hauptmarkts (heutige Adresse: Hauptmarkt 11). 1501 verkaufte er dieses Haus und erwarb das spätere Dürerhaus am Tiergärtnertor, das er grundlegend umbaute, um so u.a. seinen astronomischen Beobachtungen nachgehen zu können. Hier starb er Mitte Juni 1504.

Wirken:

1471 kam Regiomontanus (1436-1476) nach Nürnberg, mit dem sich Bernhard Walther bald angefreundet haben muss. Nach dessen Weggang aus Nürnberg und bald darauf erfolgten Tod setzte Walther das begonnene Beobachtungsprogramm eigenständig fort. Darüber entstanden die ersten längeren Beobachtungsreihen der beginnenden Neuzeit, die in ihrer Genauigkeit erst von den Messungen Tycho Brahes (1546-1601) übertroffen wurden. Drei seiner Merkurbeobachtungen hat Copernicus (1473-1543) für sein Hauptwerk verwendet. In den humanistischen Zirkeln der Stadt Nürnberg wurde Walthers Arbeiten ein enormes Interesse entgegengebracht.

Walther gelang es auch den Nachlass von Regiomontanus anzukaufen. Dieser um Walthers eigene Bücher und Beobachtungen vermehrte Nachlass gelangte später zum Teil in den Besitz der Stadtbibliothek Nürnberg. So konnte Johannes Schöner (1477-1547), Mathematikprofessor am Egidiengymnasium, Werke von Regiomontanus editieren. Dabei veröffentlichte er auch die Beobachtungsdaten Walthers.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1501 wurde Walther in den Größeren Rat der Stadt Nürnberg aufgenommen. Auf dem Mond ist ein Krater nach ihm benannt.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:

1502 zog Walther in das Haus, das später Albrecht Dürer erwarb. Im Südgiebel ließ er ein Fenster mit Gesims einbauen, das er als Beobachtungsstand benutzte. Es kann noch heute betrachtet werden ( Fotografie: Nora Reim)



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