Briefwechsel Tobias Mayer
| Kurzinformation zum Brief |
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| Verfasser | Münchhausen, Gerlach Adolph von (1688–1770)[1] | ||||||
| Empfänger | Mayer, Tobias (1723–1762) Segner, Johann Andreas (um 1704–1777)[2] |
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| Ort | Hannover | ||||||
| Datum | 12. Juni 1751 | ||||||
| Signatur |
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| Transkription | Hans Gaab, Fürth |
| Voriger Brief von Segner | Nächster Brief von Segner |
Unsere freundliche Dienste zuvor, Ehrbahr=
Hochgelahrte, günstig=gute Freunde.
Wir haben erhalten, was ihr wegen der Kosten des Observatorii berichtet habt. Wie aber solche sich gar hoch und weit über den vorhandenen Fonds belaufen, so beziehen wir uns auf dasjenige, was der Geheimbte Rath von Hardenberg[3] euch disfals eröfnen wird.
Sonsten aber sind Wir zu frieden, daß die Bülowschen[4] Stative, unter eurer beyderseitig Aufsicht und Direction, nach Erheischung der Nothdurfft, in dem supposito, daß die Kosten dadurch nicht vergrößert werden, verändert und zum Gebrauch eingerichtet werden mögen. Im übrigen ist wegen Einräumung des zum Observatorii destinirten Thurms das nöthige sub volante[5] an den StadtRath abgelesen, gestatten dann auch wegen des dem Maurerm.[6] zu gebenden Vorschußes nach Einsendung des vollzogenen Contracts[7] behuefige Assignation erfolgen soll. Wir sind euch zu freundl. Diensten geneigt.
Hannover den 12.ten Jun: 1751.
Königl. Groß=Britl. zur Churfürstl.
Brl. Lünebl. Regierung verordnete
Geheimte Räthe.
Münchhausen
an
die Professores Seg-
ner und Mayer.
[Bl. 42v; Anschrift]
Denen Ehrbahr=Hochgelahrten, Un=
sern günstig=guten Freunden, Seg-
ner und Mayer, Professoribus der
König und Churfürstl. Georg August
Universität
zu Göttingen.
| Voriger Brief von Segner | Nächster Brief von Segner |
[Bl. 47r]
d. 12 Jun. 1751
an
B.[ürgermeister] u R[at] zu Gottingen
Unsern
Nachdem man in kurtzem mit dem Bau des Observatorii den Anfang machen wird; Vorgängig aber die Meridional-Fläche in dem dazu ausersehenen Thurm zu bestimmen nöthig erachtet worden; so zweifeln Wir nicht, Ihr werdet denen Professoribus Segner und Mayer, auf ihr Ersuchen, so bald sie es von nöthen finden, nicht nur den Gebrauch des erwähnten Thurms verstatten, sondern auch in Zeiten und ohne Aufschub, für einen Interims Platz, wo währendem Bau die Feuer-Instrumente zu verwahren, sorgen werdet, damit dieser
[Bl. 48r]
der Stadt zur Zierde und Ruhm gereichende Bau nicht aufgehalten werde.
Wir Hannl.
GR
Fußnoten
- ↑ Gerlach Adolph von
Münchhausen (05.10.1688–26.11.1770)
war Minister des Kurfürstentums Hannover. 1734 war er einer der Begründer
der Georg-August-Universität in Göttingen. 1732 wurde er Großvogt von Celle,
ab 1753 war er als Kammerpräsident für das Ressort Finanzen zuständig.
- ↑ Johann Andreas
Segner (09.10.1704–05.10.1777) war seit 1735 Professor für
Mathematik und Naturlehre in Göttingen. Ab 1748 war er mit der Planung der Sternwarte
befasst, ab 1751 überwachte er die Bautätigkeiten.
1755 wechselte er nach Halle.
- Kleinert, Andreas: Johann Andreas (von) Segner (1704–1777). Reports on Didactics and History of Mathematics 19, 2002, S. 15–20.
- Rab, Irén: Die Rolle von Johann Andreas Segner (1704–1777) bei der Errichtung der ersten Göttinger Sternwarte. In: Lengyel, Zsolt K. (Hrsg.): Ungarn-Jahrbuch. Zeitschrift für interdisziplinäre Hungarologie 37, 2021. Regensburg: Friedrich Pustet 2022, S. 41–63.
- ↑ Friedrich Karl von
Hardenberg
(06.01.1696–24.05.1763) war ein hannoverscher Diplomat und Gartenarchitekt, der sich für die Errichtung der
Sternwarte in Göttingen einsetzte. Dass er aber bereits auf seiner Englandreise von 1744/45 Geräte für
die Sternwarte anschaffte, ist nicht haltbar, vgl. Bernd Adam in Bothmer, Köhler 2011, S. 43; Klausa 1990, S. 82.
- Bothmer, Wilken von / Köhler, Marcus (Hrsg.): Im Auftrag der Krone. Friedrich Karl von Hardenberg und das Leben in Hannover um 1750. Rostock: Hinstorff 2011.
- Klausa, Gustava-Alice: Friedrich Karl von Hardenberg (1696–1763). Ein hannoverscher Hofmann und Staatsdiener im Zeitalter der Aufklärung. Hildesheim: August Lax 1990.
- ↑ Joachim Heinrich von Bülow (1650–1724) war Staatsminister in
Königlich britischen Diensten, Großvogt von Celle und Geheimer Rat gewesen. Seinen großen
Bücherbestand sowie einige physikalische und mathematische Instrumente erhielt 1734
die Universität Göttingen als Geschenk.
- ↑ sub volante: unversiegelt, offen.
- ↑ Der Maurer und Stukkateur Johann Caspar Heine
stammte aus Hirschbach bei Dresden und erhielt am 30.09.1735 in Göttingen das Bürgerrecht.
Er wohnte seit 1748 in der Gothmarstr. 523. Er scheint
1764 gestorben zu sein. Mayer war mit den Arbeiten von Heine sehr zufrieden.
- Wellenreuther, Hermann: Göttingen 1690–1755. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1988, S. 378, Tabelle IV, Eintrag 280; S. 455, Tabelle XIV, Eintrag 143.
- ↑ Der Vertrag mit dem Maurermeister Heine wurde am 15.06.1751 unterschrieben.
