Briefwechsel Tobias Mayer


Kurzinformation zum Brief Zum Original
Verfasser Segner, Johann Andreas (1704–1777)[1]
Empfänger Münchhausen, Gerlach Adolph von (1688–1770)[2]
Ort Göttingen
Datum 12. Juli 1751
Signatur Universitätsarchiv Göttingen: Kur 9272, Bl. 19r–20v
Transkription Hans Gaab, Fürth
Weitere Briefe zum Thema
Die Instrumente von Kohlreif
  • 07.06.1751: Segner weist erstmalig auf die Instrumente aus dem Nachlass von Kohlreif hin.
  • 28.06.1751: Hardenberg befürwortet, sich die Instrumente aus dem Nachlass von Kohlreif anzusehen.
  • 01.07.1751: Die Regierung kennt niemanden, der die Instrumente von Kohlreif begutachten könnte.
  • 12.07.1751: Segner bietet an, über die Instrumente von Kohlreif Erkundigungen einzuziehen.
  • 17.07.1751: Segners Angebot wird dankend angenommen sowie dessen Pro Memoria.
  • 16.08.1751: Informationen zu den Instrumenten von Kohlreif werden weitergereicht.
  • 11.09.1751: Erneut werden Informationen zu den Instrumenten von Kohlreif weitergereicht.
Dachdeckerarbeiten
  • 12.07.1751: Anfrage, ob der Dachdecker aus Kassel kontaktiert werden soll.
  • 17.07.1751: Der Dachdecker aus Kassel soll angefragt werden.
  • 16.08.1751: Der Dachdecker aus Kassel war vor Ort, Bericht erfolgt demnächst.
  • 17.09.1751: Heumann nimmt Stellung zu den Kostenvoranschlägen.
  • 20.09.1751: Segner zu den beiden vorliegenden Kostenvoranschlägen.
  • 23.09.1751: Ein Angebot eines Schieferdeckers aus Goslar soll eingeholt werden.
  • 29.09.1751: Berechnung der Dachfläche durch Segner.
  • 01.10.1751: Stellungnahme von Schädeler zu Segners Berechnungen.
  • 16.11.1751: Schädeler fragt an, ob er mit Schelle einen Vertrag abschließen soll.
  • 01.12.1751: Schädeler soll einen Vertrag mit dem Schieferdecker abschließen.
  • 08.01.1752: Information an Segner über den Vertrag mit Schelle aus Goslar.
  • 03.09.1752: Segner zu Nachforderungen des Schieferdeckers.
  • 06.09.1752: Der Schieferdecker muss bis zur Rückkehr Müchhausens warten.
  • 07.07.1753: Der Schieferdecker Schelle erinnert an seine Nachforderungen.
  • 30.07.1753: Segner soll die Nachforderung der Schieferdeckers überprüfen.
  • 02.08.1753: Schelle an Segner mit der Bitte zu Nachzahlungen Stellung zu nehmen.
  • 05.08.1753: Stellungnahme Segners zu den Nachforderung des Schieferdeckers.
  • 09.08.1753: Endgültige Entscheidung über die Nachforderung des Schieferdeckers.

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Hochgeehrter Herr
      Gnädiger Herr

Ew. Excellence geruhen hiebei den Aufsatz zum Contract mit dem Zimmer Meister[3] wegen den Boden und des Daches des Observatorij zu empfangen, welcher so bald vollzogen werden soll, als der Aufsatz mit Ew. Excellence gnädigsten Befehl zurück kommet.

Was das Schieferdach selbst anlangt, an welches dem nächst

[Bl. 19v]
zu gedenken seyn wird, so kommt es auf Ew. Excellence gnädigste Verfügung an, ob Dieselbe uns den Schieferdecker von Hannover senden wollen, oder ob wir den Casselischen sollen kommen laßen, deßen sich sonst der hiesige Magistrat zu bedienen pfleget. In dem ersten Fall könte der Contract selbst in Hannover vollzogen werden. Dem Casselischen aber dürften vielleicht verschiedene dinge bereits bekant seyn, deren sich der andere erst erkundigen müste.

Vor die gnädigste Bestimmung der gegenwärtig zu verfertigenden Instrumente, danke samt dem Prof. Mayer ich unterthänigst. Es sind dern verschiedene in Arbeit gegeben, und es soll genaue Rechnung abgestattet werden.

[Bl. 20r]
Des Hl. Geh. Rath von Hardenberg[4] erlauchtete Einsicht, mit welcher derselbe uns noch immer beizustehen geruhet, ist uns auch in diesem Stück von sehr großem Nutzen.

Gestern sagte mir der Prof. Maÿer, daß man sich in Nürnberg mit den Quadranten nicht chargiren wolle.[5] Und in der That sind nicht alle Ouvriers[6] zu solchen dingen zu gebrauchen. Es darf uns aber dieses Instrument keine große Sorge machen, weil wir daßelbe immer von Londen Amsterdam oder sonst woher erhalten können. Indeßen scheinet es mir daß bei diesem Umstand der Quadrant in Ratzeburg[7] nicht gantz aus der Acht zu laßen sei. Wenn also Ew. Excellence es gnädigste zu befehlen geruhen, so

[Bl. 20v]
will ich, als nur in meinem Nahmen, mich bei einigen deriengen, die sich anerbothen haben, die auswärtigen Commissiones bei der Auction zu übernehmen, von diesen Instrumenten und ihrer Beschaffenheit, Nachricht einziehen, und daselbe samt meinem wenigen Gutachten, Ew. Excellence unterthänigst vorlegen: der ich mit einer gäntzlichen Devotion verharre

Ew Excellence


Göttingen den 12. Jul.
    1751.

Unterthäniger Diener.
J. A. Segner.


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Fußnoten

  1. Johann Andreas Segner (09.10.1704–05.10.1777) war seit 1735 Professor für Mathematik und Naturlehre in Göttingen. Ab 1748 war er mit der Planung der Sternwarte befasst, ab 1751 überwachte er die Bautätigkeiten. 1755 wechselte er nach Halle.

    • Kleinert, Andreas: Johann Andreas (von) Segner (1704–1777). Reports on Didactics and History of Mathematics 19, 2002, S. 15–20.
    • Rab, Irén: Die Rolle von Johann Andreas Segner (1704–1777) bei der Errichtung der ersten Göttinger Sternwarte. In: Lengyel, Zsolt K. (Hrsg.): Ungarn-Jahrbuch. Zeitschrift für interdisziplinäre Hungarologie 37, 2021. Regensburg: Friedrich Pustet 2022, S. 41–63.

  2. Gerlach Adolph von Münchhausen (05.10.1688–21.11.1770) war Minister des Kurfürstentums Hannover. 1734 war er einer der Begründer der Georg-August-Universität in Göttingen. Ab 1753 war er als Kammerpräsident für das Ressort Finanzen zuständig.

  3. Heinrich Gabriel Thon war ein bekannter Zimmermannsmeister aus Göttingen. Der Vertrag mit ihm wurde am 28.07.1751 unterschrieben.

    • Wellenreuther, Hermann: Göttingen 1690–1755. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1988, S. 207, 209, 225, 231–233.

  4. Friedrich Karl von Hardenberg (06.01.1696–24.05.1763) war ein hannoverscher Diplomat und Gartenarchitekt, der sich für die Errichtung der Sternwarte in Göttingen einsetzte. Dass er aber bereits auf seiner Englandreise von 1744/45 Geräte für die Sternwarte anschaffte, ist nicht haltbar, vgl. Bernd Adam in Bothmer, Köhler 2011, S. 43; Klausa 1990, S. 82.

    • Bothmer, Wilken von / Köhler, Marcus (Hrsg.): Im Auftrag der Krone. Friedrich Karl von Hardenberg und das Leben in Hannover um 1750. Rostock: Hinstorff 2011.
    • Klausa, Gustava-Alice: Friedrich Karl von Hardenberg (1696–1763). Ein hannoverscher Hofmann und Staatsdiener im Zeitalter der Aufklärung. Hildesheim: August Lax 1990.

  5. chargiren: beladen, abgeben.
    In einem ersten Kostenvoranschlag über die Instrumente war unter Punkt 2 ein Quadrant verzeichnet, der "in Nürnberg unter aufsicht des Hln. P. Lowitz gemacht werden" könne. Lowitz hat diese Arbeit also nicht übernommen.

  6. Ouvrier: Handwerker.

  7. Gottfried Kohlreif (01./11.10.1676–13.08.1750) war evangelisch-lutherischer Dompropst am Ratezburger Dom. Sein Nachlass wurde am 16.08.1751 versteigert. Im zugehörigen Katalog waren auch Instrumenta Astronomica verzeichnet ("Geheftete Bücher" mit eigener Seitenzählung am Ende des Katalogs, S. 22).

    • 124. Ein Meßingen in Engelland verfertigter Astronomischer Quadrante von 26. Zoll im Radio.
    • 125. Ein dito 20. Zoll im Radio.

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