Sebastian Sperantius

Zeichner der Sonnenuhr am Ostchor der Nürnberger Lorenzkirche.

* in Dinkelsbühl ; †3.10.1525 in Bruneck im Pustertal

Lebenslauf:

Sebastian Sperantius stammte aus Dinkelsbühl. Mitglieder seiner Familie hatten schon früher in Ingoldstadt studiert, er selbst schrieb sich 1493 ein. Auf Empfehlung dieser Universität wurde er 1499 Leiter der Lorenzer Schule in Nürnberg. Von 1503 bis 1506 war er Dozent in Ingolstadt. Dann wurde er Sekretär des Kaiserlichen Rates Matthäus Lang (1468-1540). 1521 erhielt er das Bistum Brixen, wo er 1525 starb.

Wirken:

Das schönste Werk von Sebastian Sperantius kann noch heute in Nürnberg bewundert werden: Es handelt sich um die Sonnenuhr am Ostchor der Nürnberger Lorenzkirche, die auch die „Nürnberger Stunden“ anzeigt. Johannes Stabius (nach 1460-1522) lieferte den Entwurf und Sperantius zeichnete die Uhr 1502 an den Ostchor.

Die auf Pergament gezeichneten Himmelskarten von 1503, die Albrecht Dürer (1471-1528) als Vorlage für seine Karten von 1515 dienten, tragen neben den Namen von Conrad Heinfogel (?-1507) und Dietrich Ulsen (?-1508) auch den von Sperantius. Dabei ist er der einzige, der auf diesen Karten abgebildet wurde: In der unteren rechten Ecke des Südsternhimmels sitzt ein Gelehrter, der zur Sternengöttin Urania aufblickt. In der linken Hand hält er eine Armillarsphäre, vor ihm hängt im Baum ein Astrolabium mit allem Zubehör. Die Bildunterschrift verrät, dass es sich hier um Sperantius handelt. Naheliegend ist damit, dass Sperantius der Auftraggeber dieser Karten war.

Laut Ernst Zinner veröffentlichte Sperantius einen Kalender auf das Jahr 1506 in Nürnberg. Ein solcher ist jedoch nicht auffindbar. Als Bischof von Brixen wurden ihm 1521/22 einen Erd- und einen Himmelsglobus geschenkt. Sie befinden sich heute im Besitz der Yale-University.

Literatur:

Links:



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