Joachim Heller

Direktor des Egidiengymnasiums und Kalenderschreiber.

* ca. 1518 in Weißenfels ; † 1590 in Eisleben

Lebenslauf:

Joachim Heller hatte in Wittenberg Sprachen und Mathematik studiert. Auf Empfehlung von Philipp Melanchton (1497-1560) wurde er 1543 Rektor des Egidiengymnasiums in Nürnberg. 1546 konnte Johannes Schöner (1477-1547) aus Gesundheitsgründen seinen Unterricht nicht mehr abhalten, damals übernahm Heller auch die Professur für Mathematik. Ca. 1551 richtete er sich eine eigene kleine Druckerei ein, in der er – entgegen anfänglichen Bekundungen – nur Flugblätter und Kalender druckte, keine astronomischen oder astrologischen Werke. Da er sich mehr um seine Druckerei als um seine Lehraufgaben kümmerte, setzte ihn der Rat 1556 als Schulleiter ab, er behielt aber die Mathematikprofessur. 1563 mischte sich Heller in kirchliche Streitigkeiten der Stadt Nürnberg ein und musste die Stadt verlassen. Er zog daraufhin nach Sachsen, 1590 soll er in Eisleben verstorben sein.

Wirken:

Mit der Übernahme der Mathematikprofessur von Schöner wurde Heller auch offizieller Kalenderschreiber der Stadt Nürnberg. Bis er zum Verlassen der Stadt gezwungen wurde, kamen seine Kalender regelmäßig bei verschiedenen Druckern heraus. Bei einer Hausdurchsuchung Hellers fand man 1563 auch die Werke aus dem Nachlass von Regiomontanus, die Heller wohl von der Stadtbibliothek zur Verfügung gestellt worden waren. Ursprünglich hatte Heller beabsichtigt, bislang unveröffentlichte Werke zu editieren, wozu es jedoch nie kam.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

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