Joachim Camerarius

Leiter des Egidiengymnasiums mit Interesse an der Astronomie.

* 12.4.1500 in Bamberg ; †17.4.1574 in Leipzig

Lebenslauf:

Camerarius studierte ab 1516 Griechisch in Leipzig. 1518 wechselte er nach Erfurt, wo er mit humanistischen Ideen bekannt wurde. 1521/22 zog er nach Wittenberg, wo er eine lebenslange Freundschaft mit Philipp Melanchthon (1497-1560) schloss. Auf dessen Empfehlung hin wurde er 1526 Direktor des neugegründeten Egidiengymnasiums in Nürnberg. 1536 wechselte er auf einen Lehrstuhl nach Tübingen, 1541 nach Leipzig. Hier starb er im April 1574.

Wirken:

Camerarius ist vor allem durch seine philologischen Werke in Erinnerung geblieben. Für Albrecht Dürer (1471-1528) schrieb er eine Einleitung zu dessen Werk von den Menschlichen Proportionen. Auch verfasste er eine Biografie von Melanchthon. 1532 brachte er ein astrologisches Werk des Hephaestion von Theben heraus, 1535 den Quadripartium des Ptolomäus. 1538 folgte ein Kommentar des Theon von Alexandria zum Almagest von Ptolemäus. Bei diesen drei Ausgaben konnte er auf Manuskripte zurückgreifen, die sich im Nachlass von Regiomontanus (1436-1476) befunden hatten.

1535/36 veröffentlichte er auch ein Lehrgedicht über die Astronomie im Stile von Aratos. Seine Kometenschrift von 1559 wurde vielfach nachgedruckt.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

In Nürnberg erinnert die Camerariusstraße in Tafelhof unweit der Oper an den ersten Direktor des Egidiengymnasiums.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



Zurück zur alphabetischen Übersicht