Martin Glaser

Nürnberger Rechenmeister und Trunkenbold.

Lebenslauf:

Martin Glaser war teutscher Schreiber in Nürnberg, ob er auch Rechenmeister war, ist nicht geklärt. Im März 1576 taucht er als wüster Trunkenbold und leidenschaftlicher Schütze in den Ratsverlässen auf, der völlig bezecht Frau und Kinder misshandelte und nachts zum Fenster hinausschoss. Er war so „ungeschickt“ und „rumorisch“, dass ihm der Rat nahe legte als Feldschreiber nach Ungarn zu gehen. „Rumor und ausgegossene böse Reden“ brachten ihm im Juli 1589 sogar einen „guten Ruck“, also die Folter ein. Wirtschaftlich scheint es mit abwärts gegangen zu sein, denn im Oktober 1598 bat er den Rat um Aufnahme ins Zwölfbruderhaus (dem damaligen Altersheim), andernfalls aber um eine Erhöhung seiner wöchentlichen Zuwendung von einem Gulden. Der Rat gewährt ihm daraufhin zwei Gulden pro Woche.

Literatur:



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