Familie Götsch

Nürnberger Rechenmeisterfamilie.

Lebenslauf:

Mathes Götsch scheint um 1644 sein Examen als Rechenmeister abgelegt zu haben. Nach dem Bestehen der Prüfung war es üblich, seine Examinatoren zu verköstigen, was von diesen reichlich ausgenutzt wurde. Ihm kosteten jedenfalls die Examina und alle damit verbundenen Verpflichtungen die enorme Summe von 200 Gulden. Er scheint von auswärts nach Nürnberg eingewandert zu sein, denn der Rat forderte ihn im September 1644 auf, Bürger Nürnbergs zu werden. Seine Ehefrau landete 1669 wegen Wuchers auf dem Turm, wurde jedoch auf die Fürbitte ihres Gatten nach wenigen Tagen freigelassen. Auch er selbst soll einmal auf dem Turm gesessen haben.

Seinem Sohn Gabriel Götsch waren wegen Unzucht vom Rat die Stipendien entzogen worden. Da er deshalb nicht mehr weiterstudieren konnte, lernte er bei seinem Vater als Rechenmeister. Im September 1665 verwehrte der Rat ihm und seiner Verlobten Eva Regina, der Witwe des Schulhalters Johann Georg Karl die Weiterführung der Schule „wegen seines ergerlichen Lebens und Wandels“. Wiederholte male landet er auf dem Turm, so dass ihm sogar das Bürgerrecht entzogen werden sollte. Doch wurde er in Ansehung seiner Frau wieder in Gnaden zugelassen und konnte später eine erfolgreiche Schule etablieren.

Johann David Götsch – wahrscheinlich ein weiterer Sohn von Mathes Götsch – wurde 1657 als Notar in den Ämterbüchern geführt. Er ist 1671 als Rechenmeister nachweisbar. Antiquarisch wurde von ihm ein Portrait angeboten, das ihn als Schreib- und Rechenmeister in Nürnberg zeigt, wobei sein Geburtsdatum auf „um 1633“ angegeben wurde. Er hatte 1696 seine Rechenschule neben der Gaststätte Posthorn in der Nähe der Sebalduskirche. Er brachte auch einen „Mercatorischen Lustgarten“ heraus, der sich mit dem kaufmännischen Rechnen beschäftigte und sich in der Nürnberger Stadtbibliothek erhalten hat (Nor. Hs. 611). Sein Sohn Carl (1671-1721) wurde Pfarrer in Nürnberg. Ab 1717 hatte er die Stelle in Wöhrd inne.

1716 wurde der Schreib- und Rechenmeister Johann Caspar Götsch in den Größeren Rat der Stadt Nürnberg aufgenommen. Vermutlich handelt es sich hierbei um die Mitglieder einer Familie, doch ist nichts näheres bekannt. Er verheiratete sich am 23 Juli 1702 sowie am 25. September 1707. Seine Tochter Elisabeth Esther Götsch (1709-1746)heiratete den Rechenmeister Wolff Ludwig Bruckner (1685-1747).

Heisinger erwähnt auch einen Rechenmeister Johann Jakob Götsch sowie einen Nikolaus Götsch, der 1749 des „Fleischverschleichens“ angeklagt wurde. Er soll in seinem Haus Hehlern die Gelegenheit gegeben haben, ihre Geschäfte abzuwickeln. Die Anklage wurde allerdings fallen gelassen, doch stand seine Frau 1745/46 am Pranger.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1716 wurde Johann David Götsch in den Größeren Rat der Stadt Nürnberg aufgenommen.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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