Porträt von Götsch aus der HAB Wolfenbüttel. Für Bildrechte bitte dem Link folgen.

Johann David Götsch

Nürnberger Rechenmeister.

* 28.05.1634 in Nürnberg (Taufe) ; † 28.04.1707 in Nürnberg (Beerdigung)

Lebenslauf:

Johann David Götsch war der Sohn des Rechenmeisters Mathes Götsch. 1657 wurde er als Notar in den Ämterbüchern geführt. Er hatte 1696 seine Rechenschule neben der Gaststätte Posthorn in der Nähe der Sebalduskirche. 1664 brachte er eine Mercatorische Practica heraus, in der er sich bereits als Schreib- und Rechenmeister bezeichnete. 1680 folgte der Mercatorischen Lustgarten. Er wurde auf dem Johannisfriedhof beerdigt, der auf 1683 datierte Epitaph auf Grab 2022 ist noch vorhanden.

Sein Sohn Carl wurde Pfarrer in Nürnberg, ab 1717 hatte er die Stelle in Wöhrd inne. Der jügste Sohn Johann Caspar wurde wie sein Vater ein angesehener Rechenmeister. Seine Tochter Maria heiratete den Rechenmeister Berthold Ulrich Hoffmann (03.03.1663-19.08.1751), die Tochter Maria Juliana heiratete den Buchbinder Johann Michael Troschel.



Stadtarchiv Nürnberg: A 7/I Nr. 910

Der Bruder Gabriel Götsch (25.10.1641-vor 1733) hat sich 1657 in Altdorf eingeschrieben, 1663 studierte er Theologie in Straßburg. Mit Ratsverlaß vom 6. September 1665 verwehrte der Rat Gabriel Götsch und seiner Verlobten Eva Regina (?-16.04.1687), der Witwe des Schulhalters Johann Georg Karl (?-16.01.1665) die Weiterführung der Schule "wegen seines ergerlichen Lebens und Wandels".

Nach Heisinger entzog der Rat Götsch schon während dessen Studienzeiten die Stipendien. Da er deshalb nicht mehr weiterstudieren konnte, lernte er bei seinem Vater als Rechenmeister. Wiederholte Male soll er auf dem Turm gelandet sein, so dass ihm sogar das Bürgerrecht entzogen werden sollte. Doch wurde er in Ansehung seiner Frau wieder in Gnaden zugelassen und konnte später eine erfolgreiche Schule etablieren.

Hierbei könnte es sich aber um eine Verwechslung handeln, denn nach Unterlagen des Nürnberger Stadtarchivs (B 15/II Nr. 507) sollte 1673 der ehemalig Brauverwalter Gabriel Götsch, der wegen Unterschlagung im Lochgefängnis saß, ausgewiesen werden. Das erhaltene Porträt des Gabriel Götsch zeigt ihn 1676 im Alter von 35 Jahren. Hier wird er als Kaiserlicher Notar und Waldschreiber angesprochen. 1681 ist er als kaiserlich-öffentlicher, geschworenen Notar nachweisbar (Stadtarchiv Nürnberg: E 56/VI Nr. 549). Am 27.07.1687 ging er eine zweite Ehe mit Magdalena Ortel (?-18.06.1720) ein, bei deren Tod er 1720 als Rechtsgelehrter bezeichnet wurde. Ob er je als Rechenmeister gearbeitet hat, ist somit fraglich.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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