Franz Grindel (Griendel) von Ach
Hersteller optischer Geräte, der sich in den 70er Jahren des 17. Jahrhunderts in Nürnberg aufhielt.* um 1631 möglicherweise in Ach oder Wanghausen bei Burghausen ; † 1687 in Wien
- Vater: Dr. Balthasar Griendel von Ach.
- Heirat: 27.03.1671 in St. Sebald:[1] Maria Magdalena Varget (1640-?), Tochter des Handelsmanns Berthold Varget.
Lebenslauf:
Franz Griendel von Ach schrieb sich 1650 zusammen mit seinem Bruder an der Universität in Ingolstadt ein. 1655 trat er auf Wunsch seiner Eltern in Braunau unter dem Namen Ladislaus in den Kapuzinerorden ein. Zwischen 1655 und 1670 lebte er in den Kapuzinerklöstern von Salzburg, München, Kitzingen und Würzburg. 1670 trat er aus dem Orden aus und soll von Regensburg nach Nürnberg gekommen sein. Hier eröffnete er eine Werkstatt, in der er eine Vielzahl von optischen Instrumenten anbot. 1677 verließ er Nürnberg und zog als kurfürstlicher Ingenieur nach Dresden. 1684 löste er seine Ehe auf und ging nach Wien als kaiserlicher Ingenieur. Hier starb er 1687.
Ausgewählte Werke:
- Nova Architectura Militaris, Das ist: Neu erfundene Fortificationes, Oder Vestungs-Bau. 2 Bände. Dresden 1677/83 [SB Passau]
- Pyramis oder Sinnreiche Ehren-Seule/ Mit Hieroglyphischen Politico-Mystico Sinn-Bildern. Dresden: Christian Bergen 1680/1 [ULB Dresden]
- Specificatio, Was Johann Frantz Griendl von Ach auf Wanckhausen/ Matthematicus und Opticus in Nürnberg/ Von Optischen Raritäten pfleget zu machen. Nürnberg ca. 1685
- Micrographia Nova: oder neue curieuse Beschreibung verschiedener kleiner Körper/
Welche vermittelst eines absonderlichen von dem Authore neuerfundenen Vergrösser-Glases Verwunderlich groß vorgestellet werden,
samt Beygefügten deroselben Abbildungen/ in vierzehen Kupfferplatten bestehend ans Liecht gegeben werden. Nürnberg: Johann Zieger 1687 [BSB München]
- Andere Version: Johann Zieger 1687 [Ernst Schmidt, Hildesheim]
Literatur:
- Doppelmayr, Johann Gabriel: Historische Nachricht von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern. Nürnberg 1730, S. 111-114 [SB Regensburg]
- Martin, Hubert de: Griendel von Ach. Ein Mikroskopiker der Barockzeit. Wien: Höhere Graphische Bundes- Lehr und Versuchsanstalt 1970
Links:
- Überblick über die Geschichte der Mikroskopie im 17. Jahrhundert
Fussnoten:
- ↑ "Der WohlEdel und Gestreng Herr Johann Frantz Gründel von Ach auf Wanckenhausen, Des WohlEdel Gestrengen Herrn Johann Balathasar Gründel von Ach auf Wanckenhausen, Ertzherzogischen Raths, Pflegers ob der Enß über die Stephanischen Untherthanen und anwalts über den StadtRath zu Passau Seel nachgeb. Sohn: Die Erbar und Ehrentugendsame Jungfl. Maria Magdalena, des Erbarn und Fürnehmen Bertholt Varget, Handelsmanns ehl. Tochter. Den 27 Martij [1671] sein diese eh verlobte privatim copulirt worden. In der gewöhnlichen notwndig und billig vorhergehenden Proclamation, hat ein WolEdler Gestr. und Hochweiser Rath alß dispensirt: eh dieselbe, wegen anstoß seines praetendierten[?] Praedicats, solle ganz eingestellet, underwendes[?] werden; was künfftig seines herkommens und extraction halben, gründlich einlangen möge, wir in den Rathsverlaß so den 27 Febr: ergangen und überschickt, auch ad acta nostra geleget wordern, mit mehren zuersehen ist", Trauungen St. Sebald 1664-1691, S. 160 (Scan 125), Eintrag 40. Mit Wanckenhausen dürfte Wanghausen gemeint sein, das südlich der Gemeinde Ach an der Salzach gelegen ist.