Johann Konrad Gütle

Experimentalphysiker, Hersteller von Elektrisiermaschinen und Pionier beim Bau von Blitzableitern.

* 25.3.1747 in Schwabach ; †18.10.1827 in Nürnberg

Lebenslauf:

Siegfried Kett schrieb zu Gütle: „Johann Conrad Gütle war ein Tausendsassa, der die verschiedensten Professionen wahrgenommen hat. Gelernt hat er als Buchbinder und Futteralmacher und sich im Laufe der Zeit autodidaktisch Kenntnisse in Physik und Mathematik angeeignet. Etwa ab 1780 war er als reisender Experimentator (Schausteller) unterwegs, wobei er auch schon Elektrisiermaschinen und Zubehör verkaufte und reparierte und nebenbei Kranke durch Elektrisieren heilte. In Heilbronn schalt man ihn deshalb als Betrüger. In Regensburg nennt ihn die ortsansässige Zeitung einen „hochfürstlich-ansbachischen Mechanicus.“ (Als ein Mechanicus galt damals nur ein sehr geschickter Handwerker, der die verschiedensten Materialien bearbeiten konnte und auch als Tüftler sehr erfinderisch sein musste. Christoph Gottlieb Murr zählt in seiner Beschreibung der Reichstadt Nürnberg von 1802 unter der Rubrik „Jetzt lebende Künstler in Nürnberg“ neben den Musikern, Malern, Kupferstechern und Bildhauern auch die „Mechaniker und physikalischen Künstler“ auf, zu denen er den seit 1788 in Nürnberg lebenden Gütle rechnet.) Bekannt ist Gütle vor allem als Produzent von Elektrisiermaschinen, als Trommler für den Blitzschutz und als Privatlehrer für Naturwissenschaften. In nicht wenigen Orten Frankens (auch in Nürnberg) hat er die ersten Blitzableiter eingerichtet und genoss dabei einen hervorragenden Ruf. In die internationale Literatur eingegangen ist er mit einer „elektrischen Lampe“, bei der mit Hilfe eines Elektrophors eine Gaslampe gezündet worden ist. Geschrieben hat er auch sehr viel, alleine die Bayerische Staatsbibliothek hat in ihrem Bestand 24 verschiedene Titel von ihm. Von Nürnberg aus betrieb er einen regen Versandhandel und stellte als ein „in der Chemie Beflissener“ zudem Reinigungs-, Schönheits- und Haarwuchsmittel her. Sogar der Dichter Jean Paul erwähnt in seinem Werk ein Haarfärbemittel von Gütle, mit dem seine weißen Haare wieder schwarz geworden sein sollen.“ Von Gütle hat sich eine aus Gips gefertigte waagrechte Tischsonnenuhr erhalten, auch veröffentlichte er 1797 ein Buch zur „Unterhaltung für Liebhaber der Sonnenuhrkunst“.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



Zurück zur alphabetischen Übersicht