Die Walpurgiskapelle vor dem Eingang zur Burg. Im Hintergrund die Spitze des Sinwellturms.

Johann Jacob Hertel

Nürnberger Sammler, der zahlreiche astronomische Instrumente besaß.

* 7.1782 in Nürnberg ; †23.1.1851 in Nürnberg

Lebenslauf:

Johann Jacob Hertel war der Sohn eines Schuhmachergesellen, der zu einigem Wohlstand gekommen war und bei seinem Tod jedem seiner fünf Kinder 100.000 Gulden hinterließ. Hertel benutzte dieses Geld um sich eine viel beachtete Sammlung und eine umfangreiche Bibliothek zuzulegen. Allerdings sammelte er mit so großer Begeisterung, dass er bei seinem Tod 10.000 Gulden Schulden hinterließ. Dadurch wurde Hertels Vermächtnis, dass die Sammlung nach seinem Tod der Stadt Nürnberg zukommen sollte, teilweise hinfällig und nicht unbedeutende Teile seiner Sammlung wurden versteigert. 1410 Drucke und 100 Handschriften aus seiner Sammlung sind heute im Besitz der Stadtbibliothek Nürnberg. 1850 wohnte Hertel in der Wöhrdertorstraße 15 und 18 (heute: Innere Cramer-Klett-Straße).

Wirken:

Nach dem Wegweiser durch Nürnberg von 1843 besaß Hertel "ein Observatorium für practische Astronomie" in seinem Haus in der Wöhrdertorstraße. Gleichlautende Aussagen findet man in Mayers Nürnberg im neunzehnten Jahrhundert, ebenfalls von 1843, sowie in Rauhs Führer von 1847. Bei Lochner heißt es dagegen 1845 nur, dass sich Hertel für die Astronomie besonders betätigt und "in dem von ihm gemietheten obern Raum der Walpurgiskapelle seine Instrumente aufgestellt" hat, also in der Kirche vor dem Eingang zur Nürnberger Burg. Eine ähnliche Bemerkung findet sich auch im Sammlungskatalog von 1841. Tatsächlich sind im Nachlass von Hertel zahlreiche astronomische Geräte verzeichnet, doch sind von ihm keinerlei praktische Beobachtungen bekannt. Zu vermuten ist damit, dass er diese Geräte nur gesammelt, aber nicht wirklich verwendet und somit auch kein Observatorium eingerichtet hatte.

Ausgewählte Werke:

Literatur:



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