Christoph Zell

Nürnberger Formschneider, der zahlreiche Landkarten herausbrachte.

* vermutlich in Straßburg ; † zwischen 05.03 und 04.06.1544 in Nürnberg

Lebenslauf:

Christoph Zell wurde am 23.12.1525 als "Krämer" Nürnberger Bürger. 1527 ist er als Briefmaler nachweisbar. 1529 druckte Friedrich Peypus Ein neues Lied, in dem die Belagerung Wiens durch die Türken beschrieben wurde. Die letzten Zeilen lauten: "Der uns dyß lied erst thet bekandt / Christoffel Zell ist ers genannt / Das glück ist jm nit fayle / Er hofft es soll uns wol ergan / Gott werd die seinen nit verlan / Er wunscht uns glück unnd hayle."

1530 erschien Johann Haselbergs Des Türckischen Kaysers Heerzug, "Gedruckt zu Nürnberg durch Christoffel Zell". Hier ist er erstmalig als Drucker nachweisbar. Im Ämterbüchlein ist er erst ab 1538 als Drucker verzeichnet, 1545 wird er dann gestrichen. Ab 1542 war er auch als Formschneider im Ämterbüchlein eingetragen.

1531 kaufte er für 1000 fl. das Haus Schildgasse 17 beim Rosenbad. Hier wohnte er bis zu seinem Tod. 1533 kaufte er Kupferstiche von Hans Koberder d. Ä. im Wert von 450 fl., die er jährlich mit 50 fl. abbezahlte. Erben waren nach Zells Tod vier in Straßburg lebende Geschwister. Seine Witwe heiratet den Spengler Hans Kratzer. Das bei Doppelmayr angegebene Todesdatum "um 1590" ist nicht haltbar.

Wirken:

Zell brachte auch einige Landkarten heraus. Die Berliner Staatsbibliothek soll eine Ungarnkarte von ihm besitzten. Zusammen mit seinem in Straßburg ansässigen Bruder Urban (?-1540) brachte er 1533 und 1536 eine Europakarte heraus. 1540 druckte er die detailreiche Karte der Oberpfalz von Erhard Reych (abgedruckt in Wolff 1991, S. 51 Abbildung 29). Mit seinem Verwandten Heinrich Zell (?-1564) gab er 1542 ein Karte von Preußen heraus.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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