Porträt von Michael Bauernfeind. Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Nürnberg.
A 7/I Nr. 136

Michael Bauernfeind (Baurenfeind)

Nürnberger Rechenmeister.

Lebenslauf:

1644 wird Georg Bauernfeind bei seiner Heirat als Schreiberei-Verwandter bezeichnet, 1650 beim Tod seiner Ehefrau als ehemaliger Schulmeister aus Engeltal und Schreiberei-Verwandter. Am 7. Januar 1650 wurde er als Rechenmeister zugelassen, nachdem einige vorige Anträge abgewiesen worden waren. 1696 wurde noch unter seinem Namen eine Schule hinter dem Teutschen Hof verzeichnet, das ist die heutige Schlotfegergasse in der Nähe der Jakobskirche. Nachdem er bereits 1694 gestorben ist, wurde die Schule wohl von seiner Frau weiterbetrieben.

Sein Sohn Jakob Bauernfeind wurde 1680 bei der Geburt seines Sohnes als "gewesener Cantor und Organist zu Cadoltzburg" bezeichnet. 1685 erhielt er kostenlos das Bürgerrecht in Nürnberg. Er war Schreib- und Rechenmeister sowie Organist in Poppenreuth, eröffnete später aber eine Schule in Nürnberg. 1696 hatte er seine Schule in der Fischergasse in der Nähe des Hübnertors. 1708 ist er bei der Trauung seines Sohnes bereits verstorben.

Dessen Sohn Michael ging bei dem Kantor von St. Lorenz Johann Carl Freund (08.06.1658-23.10.1732) in die Lehre. Später arbeitete er bei verschiedenen Stellen als Schreiber und begab sich schließlich zur Befriedigung seiner Reiselust in Kriegsdienste. So lernte er Frankreich, Holland, Dänemark und Deutschland kennen. Danach ließ er sich kurzzeitig in Frankfurt a.M. nieder, bevor er nach Nürnberg zurückkehrte. Hier arbeitete er als Notar in einer Kanzlei, wo er bis zum Registrator aufstieg. Daneben machte er sich aber auch einen Namen als Kalligraf.

Wirken:

Der Kalligraph Johann Christoph Albrecht (13.03.1710-17.10.1777) lernte bei Michael Bauernfeind und sagte ihm nach, dass er alle Schönschreiber in Europa übertreffen würde. Michael Bauernfeind brachte 1709 eine Anweisung zu deutschen und lateinischen Schriften heraus, 1716 folgte die Vollkommene Wieder-Herstellüng der bißher sehr in Verfall gekommenen gründlich- und zierlichen Schreib-Kunst, die 1736 um einen zweiten Teil vermehrt neu aufgelegt wurde. U.a. findet sich darin eine ausführliche Anleitung zum Federschneiden. Für sein Werk hat er einige Kupferplatten selbst radiert und geätzt. Nach Will verfasste er 1737 auch ein Manuskript Propositiones und solutiones aus der Arithmetica literali zu Ehren der Herren Triumviren in Nürnberg.

Ausgewählte Werke:

Literatur:



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