Cunradus (Conrad II.) Berckmeister (Bergmeister)

Nürnberger Apotheker.

* um 1350 in Nürnberg ; †um 1420 in Nürnberg

Lebenslauf:

Berckmeister soll in Erfurt studiert haben, was sehr zu bezweifeln ist, da die Universität Erfurt erst 1392 gegründet wurde. Von 1387 bis 1406 ist er als Apotheker in Nürnberg nachweisbar, er betrieb die erste öffentliche Apotheke Nürnbergs, zunächst im Platenhaus (Platnerhaus, heutige Adresse: Rathausplatz 11), später in der Theresienstraße 6. Sein Wohnhaus war die Burgstraße 1, wo er 1399 und 1420 in zwei Nachbarschaftsnennungen erwähnt ist.

Wirken:

1444 kaufte Nicolaus von Cusa (1401-1464) in Nürnberg 17 Bücher und drei astronomische Geräte. Zumindest Teile hiervon befinden sich heute im Cusanusstift in Bernkastel-Cues. Johann Franz Hartmann (1865-1936) machte 1919 erstmalig darauf aufmerksam, dass sich dort im Codex 211 (Bl. 33r) eine Tabelle findet, die überschrieben ist: Stelle fixe subscripte verificate sunt et extracte de tabulis Alfoncii et Johannis de Lineriis super annum domini nostri Iesu Christi 1399 completum per Cunradum appotekarium. Cunradus hat also mit Hilfe der Alfonsinischen Tafeln und weiteren Tafeln des Pariser Professors Jean de Ligniéres (um 1322 in Paris nachweisbar) ein Sternverzeichnis für das Jahr 1399 geschaffen, das uns hier in einer Abschrift überliefert ist. Zinners Meinung, dass diese Abschrift von Nicolaus Heybeck stammt, ist heute sehr umstritten.

Ernst Zinner (1886-1970) fand in Krakau Tafeln der Neu- und Vollmonde, die einem Apotekarius zugeschrieben wurden. Er identifizierte ihn mit Cunradus aus Nürnberg. Diese Tafeln haben andere Tafeln von 1360 als Ausgangspunkt und wurden in Erfurt erstellt. Die Zuschreibung ist damit nicht eindeutig. Haltlose Spekulation ist es auch, wenn Cunradus eine Abhandlung zugeschrieben wird, die erstmalig die moderne Südsonnenuhr mit Polstab beschreibt (Text und Quelle in Zinner 1939, S. 105).

Literatur:



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