Sebald Busch (Pusch)

Nürnberger Stadtarzt und Kalenderschreiber.

†26.10.1536 in Nürnberg

Lebenslauf:

1488 schrieb sich Sebald Busch an der Universität in Ingolstadt ein. Ab 1505 ist er als Arzt in Nürnberg nachweisbar, 1512 wurde er „leibartzt“ der Stadt. Nach dem Weggang von Peter Burckhardt (?-1526) Ende 1516 wurde er höhergruppiert. Bis 1534 legte er jedes Jahr neu den Amtseid ab. Dann setzte er sich wohl aus Altersgründen zur Ruhe. Er starb im Herbst des Jahres 1536. Die Söhne Sebald und Georg wanderten nach Erfurt aus, beide sollen sich auch für die Astronomie interessiert haben. Sebald wurde Arzt, Georg Maler.

Aus dem Zeitraum von 1512 bis 1531 sind von Sebald Busch herausgegebene Kalender nachweisbar. Dabei erregte er 1520 den Unmut des Rates, da in seinem Kalender der Papst lächerlich gemacht wurde. Zwar stand man der Reformation offen gegenüber, doch war man um die allgemeine Ruhe besorgt. Busch musste für einen Monat auf den Turm. Er scheint für 1522 keinen Kalender herausgebracht zu haben, denn für dieses Jahr wurde den Barbieren der Kalender des Nicht-Nürnberger Arztes Georg Tanstetter (1482-1535) als verbindlich vorgeschrieben. 1526 wurde die Frage wieder akut, damals erging die Anweisung sich nach dem Kalender des nicht weiter bekannten Johann Weber von Weissenhorn zu richten. Erneut wurden also die Nürnberger Kalenderschreiber wie Busch oder Erhard Etzlaub (um 1460-1532) übergangen. Ab 1527 scheint Busch gemeinsam mit Johannes Schöner (1471-1541) für die Aderlasstafeln verantwortlich gewesen zu sein.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Sebald Busch wurde 1509 Mitglied des Größeren Rates zu Nürnberg.

Ausgewählte Werke:

Literatur:



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