Familie Düstau (Distau, Diestau)

Nürnberger Rechenmeister.

Lebenslauf:

Johann Sebastian Düstau wurde schon 1664 wegen seiner guten Handschrift vom Nürnberger Rat besonders gelobt und aufgefordert sich in Nürnberg einbürgern zu lassen. 1665 wurde er Bürger der Stadt Nürnberg, wobei er ein Vermögen von 100 Gulden angab. Er gründete im Viertel von St. Jakob eine Schreib- und Rechenschule, die von seiner Familie über Generationen hin betrieben wurde. Das Gleiche gilt für das Organistenamt in der Jakobskirche.

Auf dem Rochusfriedhof ließ Düstau ein Familiengrab anlegen (BB Nr. 311), dessen Grabstein die Aufschrift trägt: "Deß Erbarn und Kunstreichen Johann Sebastian Düstau, Schreib- und Rechenmeisters, und Frauen Anna Maria seiner Ehewürthin und ihrer beeder Leibs Erben Begräbnuß".

Irritierend ist hierbei, dass von nur zwei "Leibs Erben" die Rede ist, denn mindestens drei Söhne haben den Vater überlebt: Johann Christoph (1664-1718) wurde Maler, Wolf Ludwig (1658-?) und Christoph (1672-1722) wurden in Nachfolge ihres Vaters Schreib- und Rechenmeister. Taufpate des Sohnes Achatius war der Schreib- und Rechenmeister Achatius Troschel (16.11.1627-20.05.1688).

1696 hatte Wolf Ludwig seine Schule "auf der Walch", das ist die heutige Färberstraße. 1704 legte er das Schulamt nieder, scheint es aber im folgenden Jahr wieder aufgenommen zu haben, denn er wurde ermahnt, dass er nicht gleichzeitig Schulmeister und Notar sein könne.

Der jüngere Bruder muss sehr angesehen gewesen sein, denn er wurde 1712 Mitglied des größeren Rats der Stadt Nürnberg. Sein Sohn Gottlieb Düstau (1697-1733) wurde 1726 ebenfalls in den größeren Rat aufgenommen. Auch er war Organist bei St. Jacob.

Johann Leonhard Düstau wurde bei seinem Tod als Schreib- und Rechenmeister in der Rosenau bezeichnet.

Adam Wilhelm Matthäus Düstau ist als Schreib- und Rechenmeister von 1792 bis 1820 nachweisbar. Seine Schule befand sich in der Neuen Gasse. 59 Jahre alt geworden starb er am 21. Januar 1822 unverheiratet am "Schlagfluß". Am 24. Januar fand in St. Egidien die Trauerfeierlichkeit statt. Bei seinem Tod wohnte er im Haus S 787, das entspricht der heutigen Adresse Innere Laufer Gasse 31.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Christoph Düstau wurde 1712 und Gottlieb Düstau 1726 Genannter des Größeren Rats der Stadt Nürnberg.

Ausgewählte Werke:

Literatur:


Fußnoten

  1. "Der Erb. und kunstr. Joh. Sebastian Düstau, Schreib= und Rechenmeister bej St. Jacob. ♂. d. 10. Junij [1690]" (Bestattungen St. Lorenz 1668-1702, S. 463).
  2. "Die Erb. u. Tugends. Frau Anna Maria, des Erb. u. Künstr. Joh. Sebastian Düstau, Schreib= u. Rechenmeisters S. h. W. gegen St. Jacob über ♂ d. 19. Martij [1695]" (Bestattungen St. Lorenz 1668-1702, S. 517).
  3. "Wolff Ludwig Distau, des Erbarn und kunstreichen Johann Sebastian Distau, Schreib= und Rechenmeisters ehelich erzgt. Sohn: J: Margaretha des Ersam: Michael Zwinger, Paternostermachers Seel. Ehelich nachgel. Tochter Früemeß ♂. 28. dito [Juni 1681]" (Trauungen St. Lorenz 1664-1736, S. 345).
  4. "Frau Margareta, des Ersamen Wolff Ludwig Distau, Teutschen Schulmeisters Ehewirthin, auf dem Steig im Maÿen Gäßlein. ♃ 31. dito [Juli 1684]" (Bestattungen St. Lorenz 1668-1702, S. 359).
  5. "Der Ersam Wolff Ludwig Distau, Teutscher Schulmeister: J. Helena" des Ersamen Matthäus Stösel, Steinmetzens Seel. Ehel. nachgel. Tochter. Früemeß. ☿ 28. dito [Januar 1685];" (Trauungen St. Lorenz 1664-1736, S. 406).
  6. "Frau Helena, des Ersamen Wolff Ludwig Distau, Teutschen Schulmeisters Ehewirthin, im Maÿen Gäßlein auf dem Steig. ☿ 19. dito [Oktober 1685]" (Bestattungen St. Lorenz 1668-1702, S. 382).
  7. "Der Ersam Wolf Ludwig Distau Teutscher Schulhalter. Frau Margareta, des Ersamen Georg Bauer Seel. hinterl. Wittib. Frühmeß ♂ 24 dito [Mai 1687]" (Trauungen St. Lorenz 1664-1736, S. 447).
  8. "Die Erb. u. Ehrn Tgs. Fr. Barbara, des Erb. u. kunstr. Christoph Düstau Schreib u. Rechenmeisters auch Organisten bei St. Jacob E. Haußfrau gegen St. Jacob über. ☽ d. 16. [Januar 1708]" (Bestattungen St. Lorenz 1703-1741, S. 63).
  9. "Der Erb. u. Kunstr. Christoph Düstau, Schreib= und Rechenmeister, auch verordneter Organist bej St. Jacob: Die Erb. u. Ehrn tgr. Jfr. Martha Magdalena, des Erb. u- fürnehmen Johann Caspar Löher E. T. Chorhochzeit Saal im Pfarrhof auf dem obern Saal. ☿ d. 11. Jul. [1708]" (Trauungen St. Lorenz 1664-1736, S. 723).
  10. "Die Erbar und Ehrntugendreiche Fr. Martha Magdalena, deß Erbarn und Kunstberühmten Christoph Düstau, Schreib u. Rechenmeisters, auch verordnet. Organist bey St. Jacob [...] gegen St. Jacob über [...] 1. Januarius [1733]" (Bestattungen St. Lorenz 1703-1741, S. 408).
  11. "☿ d. 20. Octobr. [1723] Die Erbar und Kunsterfahrne Gottlieb Düstau, Schreib- und Rechen-Meister, auch verordneter Organist bei St. Jacob, des Erbarn und Kunstberühmten Christop Düstau, Schreib- und Rechen-Meisters, auch wolverordneten Organisten bei St. Jacob, Seel. N. ehel. Sohn. Die Erbar und Tugendreiche Jfr. Anna Clara, des Erbarn und Kunstberühmten Johann Pachebels, wolverordneten Organisten der Haupt= und Pfarr=Kirchen zu St. Sebald Seel. N. E. Tochter. Hochzeit im Pfarrhof." (Trauungen St. Lorenz 1664-1736, S. 940).
  12. "☿ d. 9. [Mai 1731] Die Erb. u. Ehrn Tgdr. Fr. Anna Clara, des Erb. u. Kunstberühmten Gottlieb Düstau, Schreib u. Rechenmeisters, auch verordneten Organisten bey St. Jacob, ehl. Ehefrau am Bonersberg." (Bestattungen St. Sebald 1721-1732, S. 463).
  13. Zu Pachelbel siehe Grieb 2, 2007, S. 1110.
  14. "eod. [12. März 1732]. Der Erbar und Kunstberühmte Gottlieb Düstau, Schreib und Rechenmeister, auch verordneter Organist bey St. Jacob; die Erbar Viel Ehrn und tugendr. Jgfr. Maria Barbara, des Ehrwürdig Vorachtbar und Wolgelehrten Herrn Andreas Mayer, wohlverordneten Seniori und Diaconi der Kirchen zu St. Jacob ehelich-erzeugte Tochter" (Trauungen St. Lorenz 1664-1736, S. 2014).
  15. Zu Andreas Maier siehe Simon 1965, S. 140, Eintrag 828.
  16. "Der Erb. u. kunsterfahrne Johann Leonhard Düstau, Schreib- und Rechenmeister, des Erb. u. kunstberühmten Christoph Düstau, Schreib- u. Rechenmeisters, auch verordneten Organistens beÿ St. Jacob S. n. E. S. Die tgr. Jgfr. Susanna Helena des Ersam. Matthäus Mader, Zaunmachers u. Verlegers S. n. E. T. cop. ☿ d 9. Augl. [August 1741] Tagamt im Pfarrhof" (Trauungen St. Sebald 1728-1754, S. 386f.)
  17. "Die Erbar u. Ehrn-Tugendreiche Fr. Helena Susanna, des Erbar, Wolgelehrt u: Kunstberühmten Johann Leonhard Düstau, Schreib- u: Rechenmeisters ehel. Hau&szli;frau in der Rosenau. ♂ d. 19. dit. [Mai 1761]" (Bestattungen St. Lorenz 1742-1789, S. 315, Eintrag 82).
  18. "Der Erbar und Wolgelehrt auch kunstberühmte Johann Leonhard Düstau Schreib- und Rechenmeister; die Tugendsame Jungfrau Anna Maria, des Ehrsam und Kunstreichen Johann Christoph Wallner, Messing-Geschmeidemacher S. n. E. T. copul ☿ d. 30. 7bris [September 1761] Pfarr Hof, Tag Amt" (Trauungen St. Sebald 1755-1793, S. 160)
  19. "Die Erb. u: Ehrntugendr. Frau Anna Maria; des Erb. Wohlgel. und kunstber. Johann Leonhard Düstaus, Schreib- und Rechenmeisters S. n. Witt. in der Rosenau. ♀ d. 1. Aug. [1783]" (Bestattungen St. Lorenz 1742-1789, S.650, Eintrag 91)


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