Conrad Glaser

In Ketten gelegter Nürnberger Rechenmeisetr.

†1547 in Nürnberg

Lebenslauf:

1516 wurde Conrad Glaser Vikar bei St. Lorenz, 1521 Sudenprediger im Neuen Spital. 1523 ist er erstmalig als Schulmeister nachweisbar. 1525 erhielt er kostenlos das Nürnberger Bürgerrecht, gab es aber wieder auf. 1529 wurde er erneut Nürnberger Bürger. In diesem Jahr zeigten sich erstmalig Zeichen seiner Geisteskrankheit: In einem Tobsuchtsanfall warf er seine Mutter und einen Kostknaben die Treppe hinunter. Die Mutter starb, der Knabe brach sich einen Fuß. Wieder bei normalem Bewusstsein bereute er seine Tat bitterlich. Glaser wurde zunächst im Gefängnis in Ketten gelegt, dann ließ man ihn im Haus seiner Frau am Obstmarkt in Ketten legen. Als seine Krankheit wieder ausbrach, wurde er auf den Turm geschafft, doch bald durfte er wieder nach Hause zurückkehren, wo er aber nach wie vor in Ketten gelegt wurde. Erst im September 1531 wurde er kurzfristig von der Kette genommen und durfte auch wieder predigen. 1533 nahm er seine Tätigkeit als Rechenmeister wieder auf. Erst 1540 darf er sich in der Stadt wieder frei bewegen. Er scheint erhebliche Differenzen mit seinem Stiefsohn Lorenz Meder (?-1561) gehabt zu haben. Doch war bei seinem Tod 1547 der Stiefsohn der alleinige Erbe, der die Rechenschule am Mehlmarkt weiterführte.

Literatur:



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