Israel Hiebner

Astrologe und Kalenderschreiber von zweifelhaftem Ruf.

* 20.2.1619 in Schneeberg südöstlich von Zwickau ; †22.7.1668 in Hermannstadt in Siebenbürgen

Lebenslauf:

Israel Hiebner studierte ab 1635 in Leipzig Jura und Medizin. 1640 wurde er als Stadtschreiber nach Pirna in der Nähe von Dresden berufen. 1643 wollte er sich zum Studium der Astronomie wieder an die Universität von Leipzig begeben, lernte aber auf dem Weg dorthin in Dresden den Arzt und Kalenderschreiber Rudolph Buchbach kennen, der ihn in die Astrologie einführte. 1644/45 scheint er sich im sächsischen Freiberg aufgehalten zu haben, denn hier erschien sein erstes Buch über den Einfluss des Mondes und des Saturns, hier soll auch sein erster Kalender für das Jahr 1646 herausgekommen sein. 1645 kam er nach Nürnberg, wo er mit seinen Prophezeiungen schnell großes Aufsehen erregte. Der Verleger Wolfgang Endter (1593-1659) zahlte ihm daraufhin für seinen Kalender die enorme Summe von 300 Gulden – andere Kalenderschreiber erhielten gerade einmal 50 Gulden. Da Hiebner entgegen einer klaren Abmachung im folgenden Jahr seine Kalender auch bei den Sternenverleger in Lüneburg herausbrachte, beendete Endter diese Geschäftsbeziehung. Hiebner musst im folgenden die Stadt verlassen, 1648 reiste er über Bamberg und Würzburg nach Hessen. In Frankfurt am Main konnte er seine Practica Reformata herausbringen. Im Mai 1649 scheint er sich in Kassel aufgehalten zu haben. Danach arbeitete er für die Fürstin von Eisenach, die ihm nach einem halben Jahr mit einem nicht gerade günstigen Zeugnis entließ. Ab 1650 scheint er mathematische Vorlesungen in Erfurt gehalten zu haben. Hier erschien sein bekanntestes Werk, das Mysterium sigillorum herbarum et lapidum, worin er alle Krankheiten ohne den Gebrauch von Medikamenten heilen wollte. 1653 befand sich Hiebner in Leipzig, wo er großspurige Prophezeiungen zur Sonnenfinsternis von 1654 von sich gab. Da nichts davon eintraf, konnte sich Hiebner in Deutschland nicht länger halten und wanderte aus. Zunächst scheint er sich nach Linz gewandt zu haben, denn dort erschien für das Jahr 1657 ein Kalender von ihm. Bis 1665 praktizierte er als Arzt in der slowakischen Stadt Presov. Danach findet man ihn in Hermannstadt in Siebenbürgen, wo er wieder durch astrologische Prophezeiungen auffiel. Hier starb er im Juli 1668.

Wirken:

Hiebner macht vor allem durch großspurige astrologische Prophezeiungen auf sich aufmerksam. Seine Kalender scheinen daraufhin einen großen Abgang gefunden zu haben, sonst hätte ihm Endter nie 300 Gulden für seinen Kalender bezahlt. Über seine Prophezeiungen war Hiebner in zahlreiche Streits verwickelt, der heftigste dürfte der mit dem Altdorfer Mathematikprofessor Abdias Trew (1597-1669) gewesen sein, der Hiebner unseriöse Methoden vorwarf. Hiebner beschimpfte Trew daraufhin als den „faulen Rechner von Altdorf“.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

In der slowakischen Stadt Presov wird Hiebner als derjenige geehrt, der hier als erstes ein astronomische Teleskop baute und darüber die Errichtung eines Observatoriums anregte.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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