Abdias Trew

Gründer der ersten Sternwarte in Altdorf.

* 29.7.1597 in Ansbach ; †12.4.1669 in Altdorf

Lebenslauf:

Im Alter von vier Jahren zog Abdias Trew mit seinem Vater nach Heilsbronn, der dort Konrektor an der Fürstenschule geworden war. Ab 1603 besuchte er die deutsche Schule in Heilsbronn, ab 1607 war er selbst Fürstenschüler. 1618 begann er sein Studium in Wittenberg, wo er Theologie, Philosophie und Mathematik studierte. 1622 wurde er Vikar in Heidenheim und bereits im folgenden Jahr Diakon in Markt Erlbach. Ab 1625 war er zehn Jahre lang Direktor der Ansbacher Lateinschule. Da ihm jedoch im Laufe des 30-jährigen Krieges drei Jahre lang kein Gehalt bezahlt worden war, bewarb er sich in Nürnberg um eine andere Stelle. Als im Januar 1636 der Altdorfer Mathematikprofessor Daniel Schwenter (1585-1636) starb, wurde er dessen Nachfolger. 1650 erhielt er zusätzlich den Lehrstuhl für Physik. Ab 1654 war er auch der offizielle Kalenderschreiber der Stadt Nürnberg und als Senior der philosophischen Fakultät Inspektor der Nürnberger Stipendiaten. Nachfolger auf seinem Lehrstuhl für Mathematik und Physik wurde 1669 Johann Christoph Sturm (1635-1703).

Wirken:

Als Mathematikprofessor legte Abdias Trew viel Wert auf die Praxis. So stammen von ihm durchaus beachtete Werke zur Landvermessung, die er mit seinen Studenten auch praktisch einübte. Die Praxis war ihm auch in der Astronomie wichtig, für die er als Mathematikprofessor mit zuständig war. Er betrieb auf einem Turm der nördlichen Stadtmauer von Altdorf eine kleine Sternwarte, die auf dem ersten gedruckten Stadtplan der Stadt Altdorf zu sehen ist, den Trew 1638 herausbrachte. Diese Sternwarte wurde 1657 ausgebaut und mit einem drehbaren Dach versehen.

Als ausgebildeter orthodoxer Lutheraner lehnte Trew das Weltbild des Copernicus (1473-1543) als der Bibel widersprechend ab. Er befürwortete das Weltbild von Tycho Brahe (1546-1601), wodurch er dazu beitrug, das überkommene Weltbild des Ptolemäus zu überkommen. In der Astrologie war Johannes Kepler (1571-1630) sein großes Vorbild. Wie er lehnte er eine Bedeutung der Tierkreiszeichen für das menschliche Leben ab. Er hatte ein kritisches Verhältnis zur Astrologie und hielt nichts von konkreten Vorhersagen, doch glaubte er noch, dass die Astrologie in der Meteorologie und der Medizin von großen Nutzen sein könne. Sein astrologisches Hauptwerk, der Kurtze Bericht vom Nativitätstellen (das ist die Erstellung von Geburtshoroskopen) erlebte im 20. Jahrhundert sogar zwei Neuauflagen.

Von Trew stammen auch einige durchaus beachtete Schriften zur Musiktheorie.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Die Stadt Altdorf hat eine schmale Straße in der Nähe des ehemaligen Observatoriums Trewturmgasse genannt.

Ausgewählte Werke:

Hinweis: Eine vollständige Bibliographie der Arbeiten Trews findet sich in Gaab 2011, S. 472-569 (siehe die Literaturliste unten).

Literatur:

Links:

Der Altdorfer Stadtplan und seine Nachfolger

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