Familie Hoffmann

Nürnberger Rechenmeister.

Lebenslauf:

1583/84 wurde dem ehemaligen Nürnberg Schüler Georg Hoffmann aus Hallstadt nördlich von Bamberg zweimal das Bürgerrecht verweigert. 1585 ist er aber als Schreiber in Nürnberg nachweisbar. Er scheint es zu einigem Wohlstand gebracht zu haben, denn 1595 konnte er einem Müller 100 Gulden und 1605 der Witwe eines Feuerschlossmachers 200 Gulden leihen. Er hatte anscheinend noch Güter in Hallstadt, die ihm 1605 von Bamberg aus beschlagnahmt wurden, um damit die Auszahlung eines Erbteils an eine missratene und von der Mutter verstoßene Stieftochter zu erzwingen. 1619 wurde Georg Hoffman als Rechenmeister neben Sebastian Kurz (1576-1659) genannt. Bei seiner Beerdigung 1626 wurde er als „Schul und Rechenmeister, bey dem Thiergärnter Thor, hinder der Mauren“ bezeichnet.

Er war möglicherweise der Vater von Ulrich Hoffman, der sich früh für Geometrie und Algebra interessierte. Nur 15 Jahre alt wurde der in Schönberg in der Nähe von Lauf an der Pegnitz Schreiber beim dortigen Oberamtmann. 1626 ging er ins oberpfälzische Auerbach, wo er beim Stadtschreiber als Gehilfe arbeitete. Zurück in Nürnberg arbeitete er bis 1629 bei dem Ratskonsulenten Georg Richter (1592-1651) als Schreibkraft. Danach diente er sechs Jahre lang bei Sebastian Kurz in dessen Schreib- und Rechenschule. 1634 konnte er seine eigene Schule in der Nähe der Lorenzkirche eröffnen. Als Ehemann der Tochter von Sebastian Kurz erbte er bei dessen Tod dessen Manuskripte. 1658 veröffentlichte er eine Arithmetica Practica, die 1680 vermehrt neu aufgelegt wurde. Er starb im September 1682 in Nürnberg. Bei seinem Tod soll er zahlreiche Manuskripte mit geometrischen und algebraischen Aufgaben hinterlassen haben.

Nach Ulrichs Tod führte zunächst seine Witwe Klara Magdalena die Schule weiter. Man wollte ihr die Lizenz entziehen, da der Verdacht bestand, dass sie zum reformierten statt zum lutherischen Glauben neigte. Doch wurde dann dem jüngsten Sohn Berthold Ulrich vorzeitig gestattet, seine Prüfung abzulegen, so dass er Ende 1683 die Schule übernehmen konnte. Auch erbte er nach dem Testament seines Vaters dessen Sammlungen sowie seine Bibliothek, die auf 300 Gulden geschätzt wurde. Er benutzte die hinterlassenen Aufgaben seines Vaters möglicherweise für die Neuauflage von dessen Arithmetica Practica, die 1721 „neuen, nothwendigen und nuetzlichen Anhaengen“ vermehrt 1721 in Nürnberg erschien. Bereits 1694/95 hatte der Sohn eine Anweisung zur „zierlichen Schreib-Kunst“ herausgebacht, die 1706 neu aufgelegt wurde.

Auch Ulrich Hoffmanns älterer Sohn Johann Georg wurde Rechenmeister. 1665 bezog er sein Haus bei der „Frohnwaag“ in der Nähe von St. Sebald. Wegen des väterlichen Erbes scheint er mit seinen Geschwistern im Streit gelegen zu sein. Er geriet immer wieder in Schwierigkeiten mit der Obrigkeit und wurde 1685 auf den Turm gebracht. Als Hoffmann 1690 erkrankte wurde seiner Frau gestattet die Schule abzuhalten, aber nicht seinetwegen, sondern wegen seines „unschuldigen nothleidenden Weibes“.

Zwei Söhne von Berthold Ulrich Hoffmann wurden ebenfalls Rechenmeister, doch starben beide noch vor dem Vater. Einer dieser Söhne könnte Georg Christoph Hoffmann gewesen sein, der 1707 die Tochter des Rechenmeisters Konrad Littmann heiratete.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1649 wurde Ulrich Hoffmann in den Größeren Rat der Stadt Nürnberg aufgenommen, 1707 der Sohn Berthold Ulrich.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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