Klappsonnenuhr von Leonhard Miller, um 1630.
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Kompassmacherfamilie Miller (Müller)

Bekannte Kompassmacherfamilie aus Nürnberg.

Lebenslauf:

Die Verwandtschaftsverhältnisse in der Familie Müller können mit Hilfe der Nürnberg Kirchenbücher nicht geklärt werden, da der Name Müller auch zur damaligen Zeit sehr häufig auftaucht, und es insbesondere zahlreiche Hans Müllers gibt, die in den Kirchenbüchern nicht zu unterscheiden sind. Deshalb folgt hier eine alphabetische Auflistung. Dabei sind die Angaben zu den Familienverhätnissen aus den angegebenen Gründen nur als wahrscheinlich, nicht aber als gesichert anzusehen.

Hans I Miller wurde 1496 Bürger der Reichsstadt Nürnberg (Grieb II, 2007, S. 1042).

Hans II Miller wurde bei seiner Beerdigung im Oktober 1555 als "Compastmacher" bezeichnet (Bestattungsbuch St. Lorenz, S. 121). Er soll auf dem Hohen Pflaster gewohnt haben, das ist heute die Zirkelschmiedsgasse (Grieb II, 2007, S. 1042). Entgegen der Aussage von Grieb wurde der Hans Miller, der 1534 heiratet als "Compast.[macher]" bezeichnet (Traubuch St. Sebald, Bl. 101v), so dass man davon ausgehen kann, dass es sich dabei um den 1555 verstorbenen Miller handelt. Ein in Frage kommendes Kind wird am 01.03.1535 auf den Namen Hans getauft. Bei ihm könte es sich um den Hans III Miller handeln, der 1564 Meister wird. Doch ist dies Spekulation.

Hans IV Miller heiratete 1587 die Tochter von Hieronymus Reinmann, nicht wie bei Grieb angegeben, die Tochter von Hans I Reinmann. Grieb (II, 2007, S. 1043) spekuliert über eine Identität von Hans IV und Hans III Miller, weist aber selbst auf die große Zeitdifferenz zwischen Meisterjahr und Heirat hin. Der Trompetenmacher Hans Mü:ller wird bei seiner Heirat am 28.02.1614 in St. Sebald als "Hansen Müller Compastenmachers Son" bezeichnet und wird deshalb in der Literatur als Sohn von Hans IV angesehen. In den Taufbüchern von St. Lorenz findet sich aber erst 1598 ein Sohn Hans von Hans und Margaretha Müller, der also nicht in Frage kommt. Im Zeitraum zwischen 1580 und 1593 finden sich mindestens fünf Kinder, die auf den Namen Hans Müller getauft wurden. Es ist nicht auszuschließen, dass einer der zugehörigen Väter ebenfalls Kompassmacher war.

Hans V wird bei seiner Heirat 1613 als "Compastenmacher" und Sohn von Hans Müller bezeichnet. Der Name der Mutter wird nicht genannt, so dass als Vater mehrere Hans Müllers in Frage kommen, eine eindeutige Identifizierung ist nicht möglich. Nachdem aus dieser ersten Ehe nur eine Tochter hervorging, ist es wahrscheinlich, dass Hans V 1614 seine zweite Ehe einging, gesichert ist dies jedoch nicht.

Hans VI wird bei seiner Heirat 1616 in St. Lorenz als "Compaßtenmacher" bezeichnet. Es ist nicht gesichert, dass er mit dem Hans Müller identisch ist, der 1618 heiratet, dabei als "Hans Müllers Sohn" bezeichnet wird.

Hans VII Müller wird 1619 bei seiner Heirat als Kompastenmacher und Sohn von Lienhard Müller bezeichnet.

Wirken:

Von Hans I bis VII sowie von Georg und Severinus Miller haben sich keine Instrumente erhalten. Eine undatierte elfenbeinerne Klappsonnenuhr konnte Caspar Miller zugeschrieben werden, der am 26. Mai 1564 Meister wurde. Ähnliches gilt für Jörg und Nicolaus Miller. Anders liegen die Verhältnisse bei Leonhart und Nicolaus Miller, von denen sich zahlreiche Geräte erhalten haben.

Literatur:

Links:

Klappsonnenuhren von Jörg Miller

Klappsonnenuhren von Leonhart Miller

Klappsonnenuhren von Nicolaus Miller



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