Michael Paul Spieß

Kometenbeobachter und Liebhaber der „christlichen Astrologie“.

* ca. 1601 in Nürnberg ; †1681 in Nürnberg

Lebenslauf:

Im Nürnbergischen Gelehrtenlexikon von Georg Andreas Will (1727-1798) erfährt man über Michael Paul Spieß nur, dass er 1681 als 80-jähriger starb und einen Sohn Christoph Paul (1631-1688) hatte, der in Nürnberg ein „wackerer Schulmann“ wurde. 1666 erschien im Endterschen Verlag eine Schrift über zween ausgesandte Himmels-Herolden. Gemeint waren damit die beiden Kometen von 1664 und 1665, wie der Untertitel erklärte: Kurtze / Historisch / wiederholet / vermehrt und ergäntzte Observation, von denen I. vom November Anno 1664. biß Februarii 1665. Dann II. vom Martio biß halb Aprili An. 1665 erschienenen zweyen erschröcklichen Cometen. Als Autor zeichnete „M. P. S. der Christlichen Astrologiae Cultorem“. Anhand einer Stadtrechnung konnte Klaus Matthäus Michael Paul Spies als Verfasser der Arbeit identifizieren, der dafür sowie für den verehrten Kalender 12 Gulden vom Rat der Stadt erhielt. Diese Kometenschrift enthielt auch einen Jahreskalender. Durch die Identifizierung durch Klaus Matthäus konnten zwei weitere Kometenschriften von 1664 und 1665 Spies zugeschrieben werden.

Zweimal findet sich der Name Michael Paul Spies in den Ratsverlässen der Stadt Nürnberg: 1624 wurde er als Geselle des Buchhändlers Michael Külssner (1569-1652) genannt. Dessen Mutter war eine geborene Spiess, so dass Michael Paul Spies vermutlich bei seinem Onkel eine Lehre absolvierte. 1648 kaufte Külssner die Druckerei von Sartorius für 700 Gulden. Es quittierte sein Diener Michael Paulus Spies. Külssner starb im April 1652 als der Letzte seines Namens. Möglicherweise hat Spies dann seine Buchhandlung fortgeführt, er wird im Verzeichnis der Nürnberger Buchhändler von Sporhan-Krempel und Wohnhaas als Buchhändler bzw. Buchhandelsdiener geführt.

Ausgewählte Werke:

Literatur:



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