Quelle: Wikipedia

Johann Georg Volkamer

Bekannter Stadtarzt in Nürnberg, der in seiner Freizeit Sonnenuhren herstellte.

* 9.6.1616 in Nürnberg ; †17.5.1693 in Nürnberg.

Lebenslauf:

Die Familie Volkamer ist nicht mit der Nürnberger Patrizierfamilie der Volckamers von Kirchensittenbach verwandt, vielmehr wanderte der Vater Johann Volkamer von Lobenstein nach Nürnberg ein. Der Sohn Johann Georg begann sein Studium 1633 in Jena. 1636 wechselte er nach Altdorf, wo er sich für das Studium der Medizin entschied. Zwischen 1638 und 1642 bereiste er zweimal Italien. Im April 1643 wurde er in Altdorf Doktor der Medizin und kurz darauf ins Nürnberger Collegium Medicum aufgenommen. 1676 wurde er in die Leopoldina aufgenommen, deren Präsident er von 1686 bis zu seinem Lebensende war. Zwischenzeitlich hatte er auch die Miscellanea Curiosa, die Zeitschrift der Leopoldina herausgeben. Hochangesehen starb er 1693 in Nürnberg. Sein Sohn Johann Christoph Volkamer (1644-1720) veröffentlichte 1708 den bekannten Band über die Nürnbergischen Hesperides.

Wirken:

Neben der Medizin interessierte sich Volkamer vor allem für physikalische und mathematische Probleme, insbesondere baute er in seiner Freizeit Sonnenuhren. Deren Schattenwerfer muss genau in die Nord-Süd-Richtung ausgerichtet werden, wozu man Kompasse benützte. Deren Anzeige ist allerdings um die sogenannte Missweisung zu korrigieren: An fast keinem Ort der Erde zeigt eine frei aufgehängte Magnetnadel exakt in die Nord-Süd-Richtung, sondern die Südspitze weicht in der Regel um einen kleinen Winkel nach Osten oder Westen ab. Die Existenz dieses Missweisung genannten Winkels war lange Zeit bekannt. Weniger bekannt war, dass sich dieser Winkel im Laufe der Zeit langsam ändert. Volkamer ging von einer Missweisung von 80 Ost aus, ein Wert, den seiner Meinung nach die Mechaniker Nürnbergs seit langer Zeit für „unzweifelhaft“ gehalten hatten. Doppelmayr hat diese Version in seiner Historische Nachricht übernommen und sie wurde darüber weit verbreitet. Untersuchungen an 78 datierbaren Sonnenuhren zeigten jedoch, dass die Nürnberger Kompassmacher die Werte immer wieder aktualisierten. Volkamer wollte aber nun den genauen Wert für die Missweisung wissen und wandte sich dazu an den in der Astronomie bewanderten Georg Christoph Eimmart (1638-1705). Darüber wurde ein Programm zur Beobachtung des Erdmagnetfeldes initiiert, das in Nürnberg jahrelang verfolgt wurde. Volkamer soll auch geschickt in der „Verfertigung schöner optischer Gläser“ gewesen sein. Er stellte möglicherweise selbst Teleskope her.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1646 wurde Volkamer in den Pegnesischen Blumenorden aufgenommen. 1676 wurde er in die Leopoldina aufgenommen.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



Zurück zur alphabetischen Übersicht