Sebald Braun

Nürnberger Bierbrauer und Hobbyastronom.

* 12.3.1644 in Nürnberg ; †10.10.1708 in Nürnberg (Beerdigung)

Lebenslauf:

Sebald Braun scheint zunächst den Beruf seines Vaters ergriffen zu haben, denn bei seiner ersten Hochzeit 1685 wird er noch als „Lebküchner“ bezeichnet, bei seiner zweiten Hochzeit 1689 dagegen als Weißbierbrauer. Nach einem Handwerksbuch des Bierbrauerhandwerks aus dem Stadtarchiv Nürnberg fing er 1688 mit dem Bierbrauen an, war 1694 Vorgeher, hörte 1695 auf, fing aber 1706 erneut mit dem Bierbrauen an. Er wurde am 10. Oktober 1708 auf dem Johannisfriedhof beerdigt. Als Wohnort wurde damals „hinter dem deutschen Hof“ angegeben. Dieses Gebäude befand sich in der Nähe des Spittlertors, gegenüber der Jakobskirche, somit ungefähr dort, wo sich heute das Polizeipräsidium befindet.

Wirken:

Sebald Braun scheint eine kleine Sternwarte betrieben zu haben, denn Gottfried Kirch (1639-1710) bat um seine Observationen des Merkurdurchgangs vom Oktober 1690 und erhielt am 17. Januar 1691 als Antwort: „Den Abend zuvor [...] als dem 30. Octob. richtete ich zu oberst auf meinem Hause meine Instrumenta zurecht / als einen Quadranten vom Holtz / einen dergleichen Grösse von Messing / zwey Sonnen-Uhren / zwey Zeig-Uhren / meinen 6schuhigen Tubum mit vier Gläsern / durch welchen ich die Sonne auf ein Pappier scheinen lassen“.

Johann Samuel Schoder (1660-1740) veröffentlichte 1690 eine kleine Schrift zum Merkurdurchgang dieses Jahres, in der auch die Beobachtungen von Braun angeführt waren. Im Band 37 des Eimmart-Nachlasses aus St. Petersburg findet sich auf Blatt 29 Refraktionswerte "aus Herrn Brauns observation a. 1694".

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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