Auf dem Dach des Gebäudes am Rathausplatz 7 betrieb Eichhorn seine Sternwarte.

Georg Wolfgang Eichhorn

Buchhändler mit eigener Sternwarte.

* 25.2.1794 in Hersbruck ; †9.5.1866 in Nürnberg

Lebenslauf:

Ernst Christoph Grattenauer (1744-1815) hatte die ehemalige Lochnerische Buchhandlung in Nürnberg betrieben. Nach seinem Tod musste sein Sohn Konkurs anmelden. Der Landkartenhändler Georg Christoph Franz (1747-1823) erwarb die Handlung aus der Konkursmasse, verkaufte sie aber am 20. Dezember 1820 an Georg Wolfgang Eichhorn. Nach Klärung einiger juristischer Fragen konnte er das Geschäft im Frühjahr 1821 übernehmen. Die Handlung befand sich am Rathausplatz 7, das ist das Gebäude zwischen der Kugelapotheke und dem Landauer Haus. Eichhorn war der Besitzer dieses Hauses. Am 30. Juni 1834 verkaufte er die Handlung an Christian Heinrich Korn (1807-1863), der sie in ein anderes Gebäude verlegte. Diese Buchhandlung existiert heute noch unter dem Namen Korn und Berg am Hauptmarkt. Eichhorn privatisierte seitdem, wohl weil er sich seinem Hobby, der Astronomie, widmen wollte. 72 Jahre alt geworden starb er am 9. Mai 1766.

Georg Wolfgang Eichhorns jüngerer Bruder Heinrich (1800-1860) war von 1829 bis 1840 Arzt in Herzogenaurach, von 1841 bis 1850 in Gunzenhausen, 1851 ließ er sich als praktischer Arzt in Nürnberg nieder. An seinen jeweiligen Wohnorten führte er meteorologische Beobachtungen durch, die vor allem Johann von Lamont (1805-1879) von der Münchener Sternwarte in Bogenhausen bekannt machte.

Wirken:

Eichhorn betrieb auf dem Dach seines Hauses eine kleine Sternwarte, die 1847 von G. Rauh in seinem Band über Nürnberg beschrieben wurde: „Das Privatobservatorium des Georg Eichhorn [...] auf dem Dache seines Hauses, glauben wir unter den Anstalten für die Astronomie erwähnen zu müssen und besonders ein Fernrohr von 6 Fuß Brennweite [ca. 180 cm] und 52 Linien Oeffnung [ca. 11 cm] aus dem Frauenhoferschen Institut in München, dessen Vergrößerungen 38, 64, 96, 144, 216 und 324malig sind; einen Frauenhoferschen Kometensucher von 30 Zoll Brennweite [ca. 76 cm] und 34 Linien Oeffnung [ca. 7,2 cm] mit 13 und 20maliger Vergrößerung; ein transportables Frauenhoferisches Fernrohr von 42 Zoll Brennweite [ca. 106 cm] und 32’5 Linien Oeffnung [ca. 7 cm], das 54, 84, 126 und 190mal vergrößert; ein Universalinstrument von Oertel in München, zwei Pendeluhren, die eine mit Compensation-, die andere mit Holz-Pendel, ein Barometer mit Thermometer aus der Werkstätte der königl. Münchner Sternwarte.“ Eichhorn soll auch die Sonnenfinsternis vom 8. Juli 1842 für Nürnberg berechnet haben, wovon sich allerdings nichts erhalten hat.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:

Danksagung:

Zurück zur alphabetischen Übersicht