Georg Friedrich Kordenbusch

Nürnberger Mediziner und Astronom in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

* 15.08.1731 in Behringersdorf[1] ; † 03.04.1802 in Nürnberg[2]

Lebenslauf:

Nach dem Besuch der Lorenzer und der Spitalschule besuchte Georg Friedrich Kordenbusch das Nürnberger Egidiengymnasium. 1750 begann er sein Medizinstudium in Altdorf, das er 1753 mit Erlangung der Doktorwürde abschloss. Es folgte eine Studienreise nach Straßburg, Amsterdam, Harlem, Leiden, Den Haag und Utrecht. Zurück in Nürnberg wurde er 1755 ins Collegium Medicum aufgenommen, womit er sich als Arzt niederlassen konnte. Als 1769 Johann Conrad Löhe (1723-1768), der damalige Mathematikdozent am Egidiengymnasium starb, wurde er zusätzlich dessen Nachfolger.

1796 wurde die Stadt Nürnberg von der französischen Armee besetzt. Diese Besetzung dauerte zwar nur 14 Tage, doch nahm man zur Erfüllung finanzieller Forderungen 18 angesehene Bürger als Geiseln. Darunter befand sich Kordenbusch, der in Givet nahe der heutigen belgischen Grenze festgesetzt wurde. Erst Ende Juli 1797 konnte er nach Nürnberg zurückkehren.

Kordenbusch wohnte zunächst in der Nähe der Sebalduskirche. Spätestens 1784 zog er in den Schießgraben nordöstlich der Insel Schütt um. 1793 erwarb er den Herrensitz Thumenberg. An dieser Stelle befindet sich heute das Altersheim Platnersberg.

Nach Kordenbuschs Ableben heiratete dessen Ehefrau am 25. Oktober 1802 Hieronymus Petz von und auf Lichtenhof (06.05.1754-21.10.1829).

Wirken:

1769 verfasste Kordenbusch eine viel beachtete Arbeit zum damaligen Venusdurchgang. Wegen schlechten Wetters war der Durchgang selbst in Nürnberg allerdings kaum zu beobachten. 1770 setzte er sich für den Wiederaufbau der Eimmart’schen Sternwarte ein, was aber an den mangelnden Finanzen der Stadt Nürnberg scheiterte. Kordenbusch wurde für seine Neuauflage des vielgelesenen Astronomischen Handbuchs von Johann Leonhard Rost (1688-1727) bekannt, sowie für die Übersetzung eines einführenden Astronomiewerkes aus dem Französischen. Gegen 1789 brachte er noch "zum Gebrauch der Schuljugend" Himmelskarten heraus. 1780 fertigte er auch eine Karte des Pegnitzflusses an.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Kordenbusch wurde am 8. Februar 1770 Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher (Leopoldina). Bereits 1651 hatte die Familie Kordenbusch einen Wappen- und Lehensbrief erhalten. Auf seinen Wunsch hin wurde das Adelsdiplom 1790 erneuert, womit Kordenbusch für seine Verdienste als Arzt und Mathematiker gewürdigt wurde.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:


Fußnoten

  1. "☿ den 15. Augusti [1731] als nach Zuruckgelegten Mariae Himmelfahrt Fest, in der Nacht zwischen X und XI hat der Höchste meine liebe Ehe-Frau Margaret Regina entbunden und uns Ehe Leuten aus großer Gnade mit einem anmuthigen Söhnlein erfreut welches darauf Donnerstag den 16 ejusdem von Herrn Bönighausens, seiner Hochwürden in allhiesiger Kirche getauft worden. Mit Bekändnis des Glaubens an seinen Schöpfer ist es vertretten worden von meinem Hoch verehrt geliebten Bruder, dem Erbarn und wol fürnehmen Georg Kordenbusch, der Material Kammer und Handlung [...] Factorn in der Hoch ansehnl. Material Handlung des Herrn Cößlers Compagnions, der auch zum Denkmal seiner Liebe gegen das liebe Kleine und mich als deßen Bruder, das Kind mit seinem u. meinem Namen Georg Friedrich taufen und ins Buch den Glaubigen an Xto [Christo] ein Eid schreiben befohlen. Der Herr unser Gott aber schreibe dießes Kindleins Namen aufs bäste ins Buch des Lebens ein und erhalte es in seiner Liebe Gnade und Güte um des Bundes der Besprengung des Blutes Jesu Christi willen, amen!" (Taufen Nürnberg-Behringersdorf 1720-1832, S. 19f.). Sebastian Bönighausen (18.06.1693-09.04.1735) war seit 1723 Diakon in Lauf (Simon 1965, S. 31, Eintrag 144).
  2. "♀ d. 2. April [1802] Herr Georg Friedrich Kordenbusch von Buschenau auf Thumenberg, Medicinae des löbl. Collegii Medici Senior, im Auditorio Egid. Philos. et Mathes. Prof. Publ., dann der Kayserl. Leopold. Carol. Naturae curiosorum Mitglied am Plattenmarkt" (Bestattungen St. Sebald 1787-1803, S. 418).
  3. Zum Vater Friedrich Kordenbusch siehe Simon 1965, S. 115, Eintrag 673.
  4. "Der WohlEdel Gestrente und Hochgelehrte Herr Georg Friedrich Kordenbusch, Medicinae Doctor und bey hiesig gemeiner Stadt Phÿsicus ordinarius, des Ehrwürdig, Vorachtbar und Wohlgelehrten Herrn Friedrich Kordenbusch, wohlverdienten Suden-Predigers im N. Spital zum h. Geist S. N. E. erz. S. Die Erbare Viel= Ehr= und Tugendreiche Jgfr. Apollonia Magdalena, des Erbar und Wohlfürnehmen Christian Götz S. N. E. erz. T. Copul. ☿ d. 1. Decembr. im Götzischen Hause, in der Waag-Gasse. Zahlte ein gantz Votiv" (Trauungen St. Sebald 1755-1793, S. 201).
  5. "9. [Dezember 1717] Christian Götz, Handelsmann, Christina, Apoll: Magdal:, Jgfr. Apollonia Magdal. Hl. Johann Jacob Silberrad J.cti u. E. h. E. u. H. w. R. vörderen Consulentens" (Taufen St. Sebald 1702-1724, S. 715).
  6. "Ϡ 8. Aug. [1788] Die HochEdle Fr. Apollonia Margaretha, des HochEdel Gestreng und Hochweisen Herrn Georg Friedrich Kordenbusch Med. Doct. bey hiesig gem. Stadt Physici ord. des Lobl. Collegii Medici Senioris im Auditorio Egid. Physicis et Metaphys. et Mathes. Prof. Publ. ord. dann des Kaiserl. Leopold Carol. Acad. Naturae Curiosorum Mitglied Ehegattin am Plattenmarkt" (Bestattungen St. Sebald 1787-1803, S. 61).
  7. "♃ d. 15. Apr. [1762] Der Erb. und Wolfürneme Christian Götz in der Waag-Gaß. Dreyer Leich" (Bestattungen St. Sebald 1755-1768, S. 330, Eintrag 60).
  8. "Herrn Georg Friedrich Kordenbusch Med. Doct. beÿ hies. gemeiner Stadt Phys. ord. auch im Auditor. Egid. Prof. Ord, ingl. Imperiatoris Academiae Naturae curiosorum Membrum mit s. Verlob. Fräulein Susanna Regina Barbara, des Herrn Christoph Wilhelm Stürmer von Unternesselbach, Hochfürstl. Brandenburgisch Geheimen Legitimations Raths, bey hies. [?] vorderster Raths Consulenten und bey der löbl. Univ. Altdorf Procancellarii S. nachg. ehel. Tochter. Der amtl. Proclamations Verlaß zu der Erlaubniß zur Copulation bey St. Johannis [ist] oberherrl. ertheilet worden, so ist die kirchl. Trauung dieser hoch Verlobten ♂ d. 15. Nov. in hies. Kirch zu St. Joh. an dem Altar in der Gegenwart Hl. Legitimations Raths u. Prokanzlers [...] u. der Fr. Gemahlin von mir verrichtet worden" (Trauungen St. Johannis 1694-1790, S. 159).
  9. " 1. [April 1755] P. Hr. Christoph Wilhelm Stürmer J.U.D. Syndic. et Advoc. ord. wie auch Juris Nat. Prof. Publ. M. Fr. Anna Maria, T. Susanna Regina Barbara, Hl. Heinrich Lorenz Bärtel, Reip. Consularii uxor" (Taufen St. Sebald 1749-1769, S. 267).
  10. " ♀. d. 19. Mart. [1805] Fr. Susanna Regina Barbara, des Herrn Hieronymus Petz von Lichtenhof, Hauptmann unter dem hochlöbl. fränck. [...] Dragoner Regiment [...] Ehegemahlin auf dem Plattenmarkt" (Bestattungen St. Sebald 1804-1806, S. 19).


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