Sebastian Kurz

Bekanntester Nürnberger Rechenmeister aus dem 17. Jahrhundert.

* 1.9.1576 in Windsheim ; †28.10.1659 in Nürnberg

Lebenslauf:

Der Windsheimer Sebastian Kurz war bereits 1590 nach Nürnberg gekommen, wo er laut Doppelmayr von Leonhard Wirsing (?-1616) unterrichtet worden war. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei aber um eine Verwechslung mit dessen Vater Bernhard Wirsing (?-1612). 1594 stand er für ein Jahr in den Diensten des Stadtschreibers von Frankenthal. Wie er selbst 1616 im Vorwort eines Geometriebuches schrieb, war er „Anno 95 und 96 inn Franckreich / under dem Solmischen Regiment / [...] unter deroselben Fahnen und Hauptmanschafft Musterschreiber.“ 1597 kehrte er nach Windsheim zurück, wo er eine Schule eröffnete. 1603 gründete er in Nürnberg eine Schreib- und Rechenschule, wodurch er sich laut Will „fast überall so wohl bekannt machte, daß er viele, auch sehr vornehmen Personen Kinder, aus der Fremde in seine Unterweisung und Kost bekame.“ Bis auf eine kurze Unterbrechung um 1611 verweilte Kurz bis an sein Lebensende in Nürnberg. Seine Schule stand in Nürnberg in der Nähe der Fleischbrücke. Er stand in einem intensiven Briefkontakt zu dem Ulmer Mathematiker Johannes Faulhaber (1580-1635). Dass er hoch angesehen war, zeigt, dass er 1614 Vorgeher der Nürnberger Rechenmeister wurde. Kurz starb im Oktober 1659 in Nürnberg. Seine Manuskripte und seine Schule erbte sein Schwiegersohn Ulrich Hoffmann (1610-1682).

Wirken:

Kurz verfasste Werke zur Arithmetik, Algebra und Geometrie. Im Solmsschen Regiment hatte er die niederländische Sprache erlernt und so übersetzte er einige Werke der niederländischen Landvermesser Johan Sems (1572-1656) und Jan Pieterszoon Dou (1572/73-1635) ins Deutsche, die 1616 in Antwerpen herauskamen. Er machte damit auch die Rechnung mit Dezimalbrüchen besser bekannt.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Sebastian Kurtz wurde 1643 in den Größeren Rat der Stadt Nürnberg aufgenommen.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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