Kenotaph für Leonhard Wirsing. Für Bildrechte bitte dem Link folgen.

Bernhard und Leonhard Wirsing [Wirsigk]

Nürnberger Rechenmeister.

Lebenslauf:

Bei Bernhard Wirsing gingen Johann Baptista Fabricius (20.04.156-06.06.1626) und Sebastian Kurz (01.09.1576-28.10.1659) in die Lehre. Wirsing wurde dafür gerühmt "in Welscher und Arabischer Practic und Rechenkunst der Regel Coss und Algebra wol erfahren" zu sein und soll deswegen viele Schulkinder gehabt haben. Er verkaufte 1602 ein Haus in der Kramersgasse um 1500 Gulden und 1608 um 800 Gulden ein Haus in der unteren Schmiedsgasse. Die beiden Häuser hatte er 1570 um 712 Gulden und 1589 um 1200 Gulden gekauft. Er hatte es also zu einem gewissen Wohlstand gebracht.

Leonhard Wirsing ist der Sohn von Bernhard Wirsing, der bei seinem Tod im Juni 1616 als Kanzleiverwandter in der Kramersgasse angesprochen wird. Er galt als hervorragender Musiker. Nur 28 Jahre alt geworden wurde er als Junggeselle beerdigt. Nach Doppelmayr ging Sebastian Kurz (1576-1659) bei Leonhard Wirsing um 1590 in die Schule. Vermutlich wurden hier Vater und Sohn verwechselt.

Freunde schufen für Leonhard Wirsing das gezeigte Cenotaphium, also ein leeres Grabmal für den Verstorbenen. Der Tote liegt neben einem Cembalo und hält eine verlöschende Fackel in der Hand. Zu seinen Füßen liegen Bücher mit Musiknoten und Zahlen. Er wird so als guter Musiker, aber auch als kühler Rechner gewürdigt. Betrauert wird er links von der Noris, rechts von der Ecclesia, die ein Modell der Frauenkirche in der Hand hält. Im Hintergrund sitzt Merkur auf Warenballen. Eine Übersetzung des darunter stehenden Gedichtes finden Sie hier.

Wirken:

1594 soll Bernhard Wirsing ein Rechenbüchlein bei Leonhard Heußler herausgebracht haben, das aber anscheinend nicht überliefert ist.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1596 wurde Bernhard Wirsing Genannter des Größeren Rats der Stadt Nürnberg.

Literatur:



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