Die nach Homanns Vorgaben von Landeck angefertigte Geographische Universal-Zeig- und Schlag-Uhr.

Zacharias Landeck und seine Söhne

Stadt- und Landalmosenuhrmacher in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Lebenslauf:

Bereits um 1700 wurde Zacharias Landeck als Stadt- und Hofuhrmacher genannt. Doch erst am 18. August 1701 wurde er Meister und erhielt im folgenden Jahr das Meisterrecht. 1702 erwarb er um 1950 fl. ein Haus hinter der Egidienkirche (heutige Adresse: Egidienplatz 30), worin er bis zu seinem Tod wohnte. Er starb im September 1740.

Johann Adam Landeck ließ zwischen 1748 und 1752 4 Töchter in Ansbach taufen. Dabei wird er als Uhrmacher bezeichnet, erst bei der Taufe der 4. Tochter ist er Hofuhrmacher. 1752 sterben sowohl seine Ehefrau als auch zwei seiner Töchter. Weiteres ist von Landeck nicht bekannt.

Laut Speckhart und Zinner war Zacharias Landeck Besitzer eines Herrensitzes im (damaligen) Nürnberger Vorort Mögeldorf. Es handelt sich um das sog. Baderschloss mit der heutigen Adresse Mögeldorfer Hauptstraße 55. Leo Bayer, der die Häusergeschichte von Mögeldorf untersuchte, konnte aber nur für 1736 Johann Matthias Landeck als Besitzer feststellen. Damit ist Jakob Matthäus Landeck (1715-1794), der Sohn von Zacharias Landeck gemeint, der das Schloss vor 1750 erwarb. Nach dem Eintrag im Bestattungsbuch von Mögeldorf[5] war der "Fürstlich Sachsen-Weimarischer Hofuhrmacher und Besitzer des Landeckischen Schloßes".

Jakob Matthäus Landeck vererbte das Schloss an seinen Sohn Johann Caspar Landeck (31.03.1751-13.11.1822). Laut Eintrag im Bestattungsbuch[6] war der in Weimar geboren und "gewesener Schloßbesitzer und Kleinuhrmacher in Mögeldorf". 1795 befand sich das Schloss im Besitz von Hans Christoph Wilhelm von Imhoff, d.h. der Sohn musste es unmittelbar nach dem Tod seines Vaters verkaufen. Er starb in großer Dürftigkeit an der "Wassersucht" und war damals 71 Jahre, 7 Monate und 14 Tage alt, somit muss er am 31.03.1751 geboren worden sein. Er war der letzte Uhrmacher der Familie Landeck.

Christoph Achatius Landeck wurde am 17.05.1742 in die Meisterliste eingetragen (Stadtarchiv Nürnberg: E 5/61 Nr. 4, Meisterbuch der Schlosser). Bei der Taufe seiner ersten beiden Kinder wurde er als Uhrmacher bezeichnet, 1747 als Stadtuhrmacher und 1754 schließlich als "Stadt u. Almoß-Uhrmacher". Bei seinem Tod wohnte er "im Egidien Hof", also auf dem heutigen Egidenplatz. Seine Tochter Ursula Barbara heiratete am 10.07.1770 den Kupferstecher Johann Georg Sturm (09.03.1742-09.04.1793)[7].

Johann Melchior Landeck wurde Kupferstecher. Bei seinem Tod wohnte er in der Neuen Gassen, "am Spitalkirchhof", also in der heutigen Tucherstraße.

Wirken:

Nach Abeler befinden sich im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart zwei nicht näher datierte Sackuhren von Landeck sowie eine Stockuhr von 1715. Nach Zinner stellte er 1715 für die Universität in Altdorf für 60 Gulden eine Pendeluhr mit Minuten- und Sekundenanzeige her, die monatlich aufzuziehen war. Das bekannteste Werk von Zacharias Landeck ist aber die "Geographische Universal-Zeig und Schlag-Uhr", die er 1705 nach Anweisungen von Johann Baptista Homann (1664-1724) herstellte. Homann hatte dazu auch einen Einblattdruck herausgebracht, auf der er die Uhr näher beschrieb und der dem Jesuiten Johannes Klein (1684-1762) in Prag Vorlage für dessen Uhr war. Mit Homann’s Geographischer Uhr konnte auf der nördlichen Erdhalbkugel der Mittagsstand der Sonne sowie die Tageslänge und die Zeiten des Sonnenauf- und untergangs angezeigt werden. Diese Uhr stand ursprünglich im Fembohaus in Nürnberg, war jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verkauft worden. 1905 konnte sie der Nürnberger Hofuhrmachermeister Gustav Speckhart (1852-1919) in Worms erwerben. Er restaurierte die Uhr und fertigte eine kleine Schrift über sie an. Nach Speckharts Tod gelangte sie in den Besitz des Hamburger Sammlers Dr. Heinrich Niels Antoine-Feill (1855-1922), dessen Uhrensammlung am 24. März 1955 in Köln versteigert wurde. Am 7. Mai 2005 wurde die Uhr in Mannheim erneut versteigert. Sie wurde für 22.000 Euro vom Uhrenmuseum der Schweizer Stadt La-Chaux-de-Fonds erworben, die westlich von Bern nahe an der französischen Grenze gelegen ist. Die Uhr ist damit wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Im Auktionskatalog von 1955 findet sich auch eine 2,08 Meter hohe Standuhr von Landeck, die nur einen Zeiger hatte, der die Stunden und Minuten anzeigte. Eine Abbildung davon findet sich in der Schrift von Speckhart.

Literatur:

Links:


Fußnoten

  1. Trauungen St. Sebald 1692-1727, S. 210, Eintrag 34;
    Trauungen Wöhrd, St. Bartholomäus 1557-1727, S. 156.
  2. Bestattungsbuch Ansbach, St. Johannis 1742-1772, S. 81, Eintrag 204.
  3. Trauungen, St. Lorenz 1737-1789, S. 134.
  4. Trauungen, St. Sebald 1755-1793, S. 68.
  5. "Wolfg. Jacob Matthäus Landteck, Herzogl. Sachsen-Weimarischer Hof-Uhrmacher und Besitzer des Landeckschen Schloßes alhier Aet. 79 J.", Bestattungsbuch Mögeldorf, St. Niklaus und Ulrich 1730-1851, S. 373.
  6. "Am 13. Nov. [1822] starb an Wassersucht Johann Caspar Landeck, vorhalb gewesener Schloßnbesitzer und Kleinuhrmacher in Mögeldorf, gebohren in Weimar, in gro&azlig;er Dürftigkeit, 71 Jahr 7 Mon. 14 Tage alt", Bestattungsbuch Mögeldorf, St. Niklaus und Ulrich 1730-1851, S. 536.
  7. Trauungen St. Sebald 1755-1793, S. 453. Vgl. Grieb 2, 2007, S. 879.


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