Zacharias Landeck

Stadt- und Landalmosenuhrmacher in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

* 23.8.1670 in Nürnberg (Taufe) ; †19.9.1740 in Nürnberg (Beerdigung)

Lebenslauf:

Bereits um 1700 wurde Zacharias Landeck als Stadt- und Hofuhrmacher genannt. Doch erst am 18. August 1701 wurde er Meister und erhielt im folgenden Jahr das Meisterreicht. Er starb im September 1740. Laut Speckhart und Zinner war er Besitzer eines Herrensitzes im (damaligen) Nürnberger Vorort Mögeldorf. Leo Bayer, der die Häusergeschichte von Mögeldorf untersuchte, konnte aber nur für 1736 Johann Matthias Landeck als Besitzer feststellen. Er könnte mit Jakob Matthäus Landeck (1715-1794) identisch sein, den Speckhart als Sohn von Zacharias Landeck anführte. Der soll „Fürstlich Sachsen-Weimarischer Hofuhrmacher“ gewesen sein und starb 1794 in Mögeldorf. Dessen Sohn Johann Caspar (1752-1822) starb in großer Armut. Mit ihm starb auch die Uhrmacherfamilie der Landecks aus.

Wirken:

Nach Abeler befinden sich im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart zwei nicht näher datierte Sackuhren von Landeck sowie eine Stockuhr von 1715. Nach Zinner stellte er 1715 für die Universität in Altdorf für 60 Gulden eine Pendeluhr mit Minuten- und Sekundenanzeige her, die monatlich aufzuziehen war. Das bekannteste Werk von Zacharias Landeck ist aber die „Geographische Universal-Zeig und Schlag-Uhr“, die er 1705 nach Anweisungen von Johann Baptista Homann (1664-1724) herstellte. Homann hatte dazu auch einen Einblattdruck herausgebracht, auf der er die Uhr näher beschrieb und dem Jesuiten Johannes Klein (1684-1762) in Prag Vorlage für dessen Uhr war. Mit Homann’s Geographischer Uhr konnte auf der nördlichen Erdhalbkugel der Mittagsstand der Sonne sowie die Tageslänge und die Zeiten des Sonnenauf- und untergangs angezeigt werden. Diese Uhr stand ursprünglich im Fembohaus in Nürnberg, war jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verkauft worden. 1905 konnte sie der Nürnberger Hofuhrmachermeister Gustav Speckhart (1852-1919) in Worms erwerben. Er restaurierte die Uhr und fertigte eine kleine Schrift über sie an. Nach Speckharts Tod gelangte sie in den Besitz des Hamburger Sammlers Dr. Heinrich Niels Antoine-Feill (1855-1922), dessen Uhrensammlung am 24. März 1955 in Köln versteigert wurde. Am 7. Mai 2005 wurde die Uhr in Mannheim erneut versteigert. Sie wurde für 22.000 Euro vom Uhrenmuseum der Schweizer Stadt La-Chaux-de-Fonds erworben, die westlich von Bern nahe an der französischen Grenze gelegen ist. Die Uhr ist damit wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Im Auktionskatalog von 1955 findet sich auch eine 2,08 Meter hohe Standuhr von Landeck, die nur einen Zeiger hatte, der die Stunden und Minuten anzeigte. Eine Abbildung davon findet sich in der Schrift von Speckhart.

Literatur:

Links:



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