Johann Tobias Mayer

Verfasser vielbeachteter mathematischer Lehrbücher.

* 5.5.1752 in Göttingen; ; †30.11.1830 in Göttingen

Lebenslauf:

Johann Tobias Mayer verlor seinen berühmten Vater bereits im Alter von zehn Jahren, durch die dadurch einkehrenden schwierigen persönlichen und finanziellen Verhältnisse verzögerte sich seine Schul- und Universitätsausbildung. Trotzdem begann er 1769 sein Studium in Göttingen. Hier erhielt er 1773 die Magisterwürde und begann selbst mathematische Vorlesungen zu halten. Während dieser Zeit benutzte er auch die Göttinger Sternwarte zu eigenen Beobachtungen. Am 17. November 1779 erhielt er den Ruf nach Altdorf, wo er am 2. Februar 1780 ankam. Unzufrieden mit der Ausstattung der Universität und seinem Verdienst wechselte er 1786 als Dozent für Mathematik und Physik nach Erlangen. Sein Nachfolger in Altdorf wurde Johann Leonhard Späth (1759-1842). Nach dem Tod von Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) wurde Mayer dessen Nachfolger in Göttingen. Hier starb er im November 1830.

Wirken:

Hier ist nicht der Platz, das Wirken Mayers umfassend zu würdigen, es sollen nur kurz seine Verdienste in seiner Altdorfer Zeit angedeutet werden. Hier entstand der dritte Band seines Gründlichen und ausführlichen Unterrichts zur praktischen Geometrie, der 1783 in Göttingen veröffentlich wurde und wie die ersten beiden Bände vier Auflagen durchlief.

In seiner Altdorfer Antrittsrede beschäftigte sich Mayer mit der atmosphärischen Refraktion (Lichtbrechung). Sein Vater hatte hierfür eine Formel gefunden, die für Winkel ab fünf Grad über dem Horizont sehr gut mit den Messungen übereinstimmte. Die fehlende Herleitung dieser Formel holte nun der Sohn nach.

Auf der Altdorfer Sternwarte stellte Mayer einen 2,43 Meter hohen Gomon auf, mit dem die Mittagszeit auf eine halbe Sekunde genau festgestellt werden konnte. An astronomischen Beobachtungen beschrieb er nur zwei Mondfinsternisse in der Nürnberger gelehrten Zeitung. In Altdorf veröffentlichte er 1781 auch eine Schrift zur Refraktion.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Johann Tobias Mayer wurde am 7. Januar 1792 unter dem Beinamen Archimedes VI. in die Akademie der Naturforscher (Leopoldina) aufgenommen. 1799 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, deren Direktor er in den folgenden Jahren wiederholt war. 1808 wurde er korrespondierendes, 1820 auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. In die 1808 gegründete Societas physico-medica Erlangensis sowie die im gleichen Jahr gegründete Wetterauische Gesellschaft für die gesamte Naturkunde wurde er als Ehrenmitglied aufgenommen. Zusätzlich war er Mitglied der Mathematisch-physikalischen Gesellschaft in Erfurt, der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, der Frankfurter Gesellschaft zur Beförderung der nützlichen Künste und der Gesellschaft zur Beförderung der gesammten Naturkunde in Marburg. In seinem Todesjahr 1830 konnte er noch sein 50-jähriges Jubiläum als Professor feiern. Aus diesem Anlass wurde er vom hannoverischen Königshaus mit dem Guelphen-Orden geehrt.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



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