David Friedrich Negelein

Kompassmacher aus Nürnberg.

* 19.06.1814 Taufe in Heilig Geist ; † 08.03.1863

Lebenslauf:

Friedrich Negelein war das zweite Kind aus der Ehe des Handlungsgehilfen Johann Friedrich Negelein mit seiner Ehefrau Christiana Louise, am 3. Juli wurde er getauft. Bei seiner Hochzeit im August 1847 wurde er als Portefeuillearbeiter bezeichnet, er stellte also Brieftaschen her. Damals scheint er sich als Compassmacher niedergelassen zu haben (Stadtarchiv Nürnberg: C 7/II Nr. 11364 (Niederlassungsakten), noch nicht eingesehen). 1852 wird Negelein in Mayers Buch über den Handel und die Industrie Nürnbergs als Kompassmacher in Ludwigstraße L 1389 erwähnt, wobei Mayer bemerkt: "Dieses Handwerk ist fast ganz darnieder; vor Zeiten war es sehr blühend". 1854 erhielt Negelein aber bei der Industrieausstellung in München wegen der sehr billigen Preise seiner Kompasse eine lobende Erwähnung. 49 Jahre alt starb er an "Lungenlähmung". Bei seinem Tod wurde er als "Compassfabrikant" bezeichnet. Nach dem Nürnberg-Fürther Industrie-Almanach von 1870 wurde sein Geschäft von der Kompassmacherin Barbara Holleder in der Ludwigsstraße 43 weitergeführt. 1879 meldete sie ihr Gewerbe ab (Stadtarchiv Nürnberg: C 22/II Nr. 11/1752 Ab).

In den Nürnberger Adressbüchern von 1856 und 1857 ist er als Compassmacher im Haus L 1341 verzeichnet. Er wird auch noch in den Adressbüchern von 1863 und 1867 erwähnt, 1870 erscheint sein Name nicht mehr. Nachdem er bereits 1863 starb, wurde der Eintrag von 1867 offenbar unkorrigiert aus früheren Büchern übernommen.

Bei Negeleins Hochzeit wie bei seinem Tod wird als Adresse L 1341 angegeben, das ist der heutige Jakobsplatz 2. Nur im Adressbuch von 1867 wird L 1345 als Wohnsitz angegeben, das wäre die Ottostraße 2. Möglicherweise hatte er hier Verkaufsräme, wahrscheinlich scheint ein Druckfehler.

Wirken:

Das Adlerplanetarium in Chicago ist im Besitz einer Klappsonnenuhr, die mit "Negelein in Nürnberg" signiert ist und auf das frühe 19. Jahrhundert datiert wird. Auch das Museum for the History of Science in Oxford besitzt eine Klappsonnenuhr von ihm.

Literatur:

Links:



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