Heinrich, Peter und Paul Roth

Nürnberger Rechenmeister.

Lebenslauf:

1590 wurde Heinrich Roth wegen beschwerlicher Äußerungen gegen den Rat auf den Turm gebracht. Als Häftling soll er ein „unfridlich“ Lebengeführt haben. Er kam aber später zur Besinnung und entschuldigte sich. Er scheint aber darüber pleite gegangen zu sein. Er ist der Vater von Peter Roth.

1525 brachte Christoff Rudolff (1499-1554) die Coss heraus, die als erstes deutsches Algebrabuch gilt. „Gebessert und sehr vermehrt“ brachte Michael Stifel (1487-1567) dieses Werk 1554 in Königsberg neu heraus. In den USA hat sich an der Columbia University eine Handschrift von Peter Roth mit Datum vom 4.8.1599 erhalten, die die Lösungen der Ausgabe von 1554 ab Kapitel fünf enthält. Stifel war in seinem Buch bis zu kubischen Gleichungen vorgedrungen. 1604 veröffentlichte der Ulmer Mathematiker Johannes Faulhaber (1580-1635) seinen Arithmetischen Cubicossischen Lustgarten. Darin finden sich 160 Aufgaben, deren Lösungen angegeben waren, allerdings ohne Lösungsweg. Das war ein damals übliches Verfahren: Man wollte auf sich aufmerksam machen und als Lehrer für Privatunterricht anbieten. Roth scheint sich unmittelbar an die Lösungen von Faulhabers Problemen gemacht zu haben. 1608 brachte er seine Arithmetica Philosophica heraus, die im zweiten Teil ausführliche Lösungen von Faulhabers Problemen brachte. Im Dritten Teil stellte er dann –ähnlich wie Faulhaber – Lösungen von Gleichungen vierten bis siebten Grades dar. Das Buch war ein großer Erfolg, aber für Faulhaber geschäftschädigend, da hier die nötigen Kenntnisse nachgelesen werden konnten, und sein Privatunterricht damit überflüssig war. Im Übrigen war sogar der junge Descartes (1596-1650) von Roths Buch beeindruckt. Roth scheint weitere Manuskripte auch zur Geometrie angefertigt zu haben, doch haben diese sich nicht erhalten. Der Altdorfer Mathematikdozent Daniel Schwenter (1585-1636) rühmte Roth in seinen Mathematischen Erquickstunden von 1636 (S. 100) für dessen Fertigkeit bei der Auffindung magischer Quadrate.

1619 wurde Paul Roth als Rechenmeister in Nürnberg neben Sebastian Kurtz (1576-1659) genannt. Dabei dürfte es sich um einen Sohn von Peter Roth handeln. Er wurde 1628 als Rechenmeister in der Judengasse beerdigt.

Ausgewählte Werke:

Literatur:



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