Hans Troschel

Bekannte Kompassmacher aus Nürnberg.

* 5.12.1549 in Bamberg ; †1.6.1612 in Nürnberg

Lebenslauf:

Hans Troschel d.Ä. kam 1578 von Bamberg nach Nürnberg und erhielt hier das Bürgerrecht. Er wurde einer der bekanntesten Kompassmacher der Stadt. Sein Sohn Jacob (1583-1624) wurde Hofmaler beim polnischen König Sigismund III. (1566-1632). Der zweite Sohn Hans (1585-1628) wurde Kupferstecher, der seine Ausbildung bei Peter Isselburg (um 1580-nach 1630) erhielt. Zuvor hatte er bei seinem Vater das Kompassmachen erlernt. Der dritte Sohn Jeronymus (1588-?) wurde Soldat. Der Berliner Justizrat und Malerdilettant Ernst Leberecht Troschel (1776-1850) führte seinen Stammbaum auf Hans Troschel d.Ä. zurück.

Wirken:

Nach Doppelmayr war Hans Troschel d.Ä. ein Kompassmacher, der zu seiner Zeit keinen hatte, der es ihm gleich tun konnte. Dabei sind die zahlreichen elfenbeinernen Klappsonnenuhren, die sich von Vater und Sohn Troschel in verschiedenen Museum der Welt finden, von gewöhnlicher Art. Troschels Ruhm bezieht sich auf ein Lob des Altdorfer Mathematikprofessors Daniel Schwenter (1585-1636) der in seinen Mathematischen Erquickstunden von 1636 (S. 341) eine außergewöhnliche Sonnenuhr von Troschel rühmte: „Ich hab vor der Zeit einen Elfenbeinen Compaßten in der Grösse eines Octavbüchleins kaufft welchen Hans Troschel zu Nürnberg gemacht darauff war zu sehen die Böhmische und Teutsche Uhren Horizontalia und verticalia, cancava und convexa, die 12 himlischen Zeichen die Planeten stund / ab- und zunemung deß Monds / die Tagläng / allerley Elevationes poli, ein Mond Uhr / ein See Compaßt / ein Wegweiser / wie auch zum Feldmessen sehr wol zu brauchen / davon ich dann ein sonderlichen Tractat geschrieben / welcher sampt dem Compaß dem König in Polen zukommen so weit habens gemeine HandwercksLeut in dieser Kunst gebracht.“

Literatur:

Links:

Hans Troschel der Ältere

Hans Troschel der Jüngere



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