Briefwechsel Tobias Mayer


Kurzinformation zum Brief Zum Original
Verfasser Segner, Johann Andreas (1704–1777)[1]
Mayer, Tobias (1723–1762)
Empfänger Landesregierung
Ort Göttingen
Datum 24. Mai 1751
Signatur Universitätsarchiv Göttingen: Kur. 9272, Bl. 67r, 68r
Transkription Hans Gaab, Fürth

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N. 18 pr. 27. Maj 1751
Balck[2]

Hoch= und Hoch Wohlgebohrne
Königl. Grosbritanische zur Churfürstlich Braunschweig=
Lüneburgischen Landes Regierung Hochvordnete
Herren Geheimte Räthe

Gnädige und Grosgebiethende Herren.



Ew. Hoch und Hochwohlgl. Excellences geruhen hiebei unsern längst anbefohlenen Anschlag,[3] zusamt des Architect Heumann[4] seinen, gnädigst zu empfangen. Jenen haben des Hl. Geh. Raths von Hardenberg[5] Excellence bereits gesehen, und dabei dasienige zu erinnern geruhet,

[Bl. 68r]
so in dem ebenfalls angeschloßenen Briefe enthalten ist. Wir werden uns angelegen seyn laßen nun mehro ohne Anstand zur Verfertigung der Contracte zu schreiten, und bei denenselben eben so genau seyn, als weitläuftig der Anschlag gerathen ist, weil wir bei demselben vornehmlich bemühet gewesen sind, das Non plus zu treffen. Nur ersuchen Ew. Hoch und Hochwohlgl. Excellence wir unterthänigst uns bei dieser Arbeit den Rathmann Campen[6] zu zugeben weil derselbe durch seine Kentnüß der Materialien und der Preise viele Zeit sparen kan: Und verharren mit der tiefsten Devotion

Ew Hoch und Hochwohlgl. Excellences


Göttingen den 24. Maÿ
    1751.

Unterthänige Diener
J. A. Segnern.
T. Mayer.


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Fußnoten

  1. Johann Andreas Segner (09.10.1704–05.10.1777) war seit 1735 Professor für Mathematik und Naturlehre in Göttingen. Ab 1748 war er mit der Planung der Sternwarte befasst, ab 1751 überwachte er die Bautätigkeiten. 1755 wechselte er nach Halle.

    • Kleinert, Andreas: Johann Andreas (von) Segner (1704–1777). Reports on Didactics and History of Mathematics 19, 2002, S. 15–20.
    • Rab, Irén: Die Rolle von Johann Andreas Segner (1704–1777) bei der Errichtung der ersten Göttinger Sternwarte. In: Lengyel, Zsolt K. (Hrsg.): Ungarn-Jahrbuch. Zeitschrift für interdisziplinäre Hungarologie 37, 2021. Regensburg: Friedrich Pustet 2022, S. 41–63.

  2. Heinrich Eberhard Balck[e] (06.04.1705–18.10.1769) war geheimer Kanzleisekretär in Hannover.

    • Lampe, Joachim: Aristokratie, Hofadel und Staatpatriziat in Kurhannover. Die Lebenskreise der höheren Beamten an den kurhannoverschen Zentral- und Hofbehörden 1714–1760. Band 2: Beamtenlisten und Ahnentafeln. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1762, S. 20, Eintrag 18 (Biographie), S. 86 (Ahnentafel).

  3. Ein überarbeiteter Kostenvoranschlag war bereits am 05.04.1751 angefordert worden, am 08.05.1751 erfolgte eine Nachfrage, da der Voranschlag noch nicht eingegangen war. Dieser Kostenvoranschlag selbst ist hier dem Brief vom 12.05.1751 an Hardenberg angehängt.

  4. Johann Paul Heumann (1703–14.12.1759) war Oberhofbaumeister in Hannover. Zwischen 1749 und 1751 errichtete er das Hardenbergsche Haus in Hannover. Vom ihm stammt auch der Bauplan für die Göttinger Sternwarte.

    • Heuman, Johann Paul. In: Stadtlexikon Hannover. Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft 2009, S. 293 (Verfasser: Helmut Knocke).

  5. Friedrich Karl von Hardenberg (06.01.1696–24.05.1763) war ein hannoverscher Diplomat und Gartenarchitekt, der sich für die Errichtung der Sternwarte in Göttingen einsetzte. Dass er aber bereits auf seiner Englandreise von 1744/45 Geräte für die Sternwarte anschaffte, ist nicht haltbar, vgl. Bernd Adam in Bothmer, Köhler 2011, S. 43; Klausa 1990, S. 82.

    • Bothmer, Wilken von / Köhler, Marcus (Hrsg.): Im Auftrag der Krone. Friedrich Karl von Hardenberg und das Leben in Hannover um 1750. Rostock: Hinstorff 2011.
    • Klausa, Gustava-Alice: Friedrich Karl von Hardenberg (1696–1763). Ein hannoverscher Hofmann und Staatsdiener im Zeitalter der Aufklärung. Hildesheim: August Lax 1990.

  6. Franz Lebrecht Kampe (um 1712–26.05.1785) hatte u.a. unter Segner in Göttingen studiert. Am 15.01.1740 wurde er zum Rats- und Bauherrn ernannt. Er fertigte aber auch mechanische und astronomische Geräte an. Doch war er ein vielbeschäftigter Mann, wodurch es bei der Auslieferung der Geräte immer wieder zu Verzögerungen kam.

    Für die Sternwarte fertigte er u.a. die folgenden Geräte an:

    • Zwei sehr genau gehende und viel gelobte Pendeluhren nach Grahamscher Bauart, die 1753 fertig wurden.
    • Ein kleiner Quadrant mit einem Radius von etwa einem Fuß, der nach 1754 fertiggestellt wurde.
    • Ein dreifüßiger Azimutalquadrant, der aber erst nach 1763 fertiggestellt wurde.

    Literatur:

    • Behrendsen, Otto (08.12.1850–01.04.1921): Zur Geschichte der Entwicklung der mechanischen Kunst. Deutsche Mechaniker-Zeitung, 1. Juni 1907/11, S. 101–107, hier S. 101–104.
    • Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen 1785, 1, S. 992 (Nachruf).
    • Poppe, Johann Heinrich Moritz (16.01.1776-21.02.1854): Franz Leberecht Kampe, weil. Senator, Bauherr und Mechanikus zu Göttingen. Neues hannoversches Magazin 9, 1799, Sp. 501-512.
    • Wellenreuther, Hermann (Hrsg.): Göttingen 1690–1755. Studien zur Sozialgeschichte einer Stadt. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1988, S. 36 (Bewerbungsschreiben mit Schilderung seines Werdegangs); S. 343, Tabelle 1, Eintrag 36; S. 365, Tabelle 2, Eintrag 1740, 4.1.



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