Briefwechsel Tobias Mayer
| Kurzinformation zum Brief | Zum Original | ||||||||
| Verfasser | Segner, Johann Andreas (1704–1777)[1] Mayer, Tobias (1723–1762) |
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| Empfänger | Landesregierung | ||||||||
| Ort | Göttingen | ||||||||
| Datum | 7. Juni 1751 | ||||||||
| Signatur |
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| Transkription | Hans Gaab, Fürth | ||||||||
| Weitere Briefe zum Thema | Die Instrumente von Kohlreif
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N. 13 Nr. 9. Jun. 1751
Balck[2]
Hoch= und Hoch Wohlgebohrne
Königl. Grosbritanische zur Churfürstl. Braunschweig
Lüneburgischen Landes Regierung Hochverordnete
Herren Geheimte Räthe
Gnädige und Grosgebiethende Herren.
Es ist blos die Erwartung der Nachricht aus London und eines Briefes aus Nürnberg die Ursache,[3] warum Ew. Hoch= und Hoch= Wohlgl. Excellences hohen Befehl gemäß, den Anschlag der Instrumente und des übrigen Geräthes des Observatorij unterthänigst einzusenden, wir bishero angestanden haben. Denn wir können nicht völlig sicher seyn daß der, auf Wiederhohlung dießes gnädigsten Befehls beigefügte Aufsatz der Preis die außer Göttingen zu verfertigenden Instrumente getroffen habe. Und ist es schwer überhaupt von dingen, die grösten Theils von dem Genie dependiren, und
[Bl. 32v]
bei welcher die Hand=Arbeit den geringern Theil aus machet, einen genauern
Anschlag zu geben. Doch hoffen wir daß der gantze Aufwand
die angesetzten 2056 rthl nicht übersteigen werde: wenigstens wird
das gantze Observatorium mit allem Apparatu nicht über 4000
kommen,[4]
es müsten dann in Engelland excessive Forderungen gemacht
werden.
Was die hier zu verfertigende Instrumente anlangt, so stehen zwar einige derselben, dergleichen nehmlich öfters gemacht werden, zu verdingen.[5] Bei den übrigen aber halten wir vor das beste, daß sie ohne Verdingung, nach der Direction des Angebers, gemacht werden. Es läßet nehmlich derselbe die verschiedenen Stücke eines Instruments, bei den Verschiedenen Handwerkern, die dazu geschickt sind, machen, und setzet sie nachher selbst zusammen. Die Erfahrung hat gelehret, daß auf die Art, zwar mit etwas mehrerer Mühe, aber mit nicht sonderlichen Kosten, etwas geschicktes heraus gebracht werden könne. Und es ist uns hier niemand bekant, welcher dergleichen Instrumente entreprenniren könte.
[Bl. 33r]Auch würden die Preise verschiedener Instrumente dadurch vermindert werden, wenn wir die gnädigste Erlaubniß erhalten die Stative der Bülowischen Tuboren[6] zu transformieren. Es würden dies Stative (da die Tubi selbst transformiret werden müßen, wen sie von Gebrauch seyn sollen,) nicht den geringsten Nutzen beym Obseruatorio schaffen, und nur den Platz einnehmen, wenn sie dahin gebracht werden solten. Es sind aber viel Gewinde, Schrauben, und andere Stücke daran welche von neuen zu machen, vieles Geld erfordern würde. Ew Hoch und Hochwohlgl. Excellences ersuchen wir unterthänigst hierine einige gnädigste Verfügung zu thun. Den Schein aller Eygennützigkeit zu vermeiden, wird sich ieder unter uns gerne gefallen laßen denen übrigen vorlauffig Rechenschaft zu thun, und überhaupt nichts, ohne sich vorhero mit denselben berathschlaget zu haben, vornehmen.
Weil wir auf die Vorbereitung zur würklichen Aufrichtung des Observatrij ehestens damit werden anfangen müßen daß wir in dem Thurn die Meridianfläche bestimmen, und der hiesige StadtMagistrat vielleicht ein Rescript erwarten
[Bl. 33v]
dörfte, ehe er uns diese Arbeit erlaubte, so unterfangen wir uns um
dieses Rescript unterthänigst zu bitten.[7]
Der gnädigst genehm gehaltene Contract mit dem Maurer, wird, so bald es die Zeit leidet ausgefertiget werden[8] und, da der Herr Geheimte Rath von Hardenberg[9], an welchen wir derselben ebenfalls gesendet haben, uns eine sehr gute Vorschrift ertheilet, nach welcher das Obseruatorium zu Michaelis[10] 1752 gantz fertig seyn kan, so wird dieser Punct, worüber bereits der Maurer ist vernommen worden, mit ein gerüket werden. Es soll nach demselben der Thurn noch diesen Sommer abgenommen, und das gantze Obseruatorium, außer der rings herum gehenden Terrasse, aufgemauert werden, so daß es vor den Winter unter Dach komme: damit mann mit dem Anfang des nächsten Frühjahres zugleich das Obseruatorium würdig ausbauen, und die Terrasse machen könne. Ew Hoch= und Hochwohlgl. Excellences stellen wir es anheim, ob dieselben gnädigst geruhen wollen bei dem Stadt Magistrat es dahin zu verfügen, daß derselbe die Zeiten vor einen Interims Platz, der in dem Thurn verwahrten
[Bl. 34r]
Feuer Spritzen, sorgen möge; welches sie sonst, bei der bisherigen Suppostion,
daß der würckliche Bau erst im künftigen Jahre angefangen
werden soll, versparen dörften.
In dem Contract ist dem Maurer ein Vorschuß von 240 rthl zugesaget, und wir dürften bei der Bestimmung der Meridianfläche, da wir in der Nachbarschaft des Thurns ein Kämmerchen werden miethen müßen, um eine Uhr und einen Quadranten setzen zu können, auch einigen Aufwand haben. Auch wünschten wir diesen Sommer noch ein paar Instrumente fertig zu erhalten.
Wir werden uns nach allen Kräften angelegen seyn laßen, die Handwercks Leute zur Wahrhung ihrer Contracte und guten Arbeit anzuhalten, durch eine gute Eintheilung der Zeit aber es dahin zu bringen trachten, daß wir so wenige Zeit verlieren, als nur möglich ist: Und verharren mit der tiefsten Devotion
Ew Hoch und Hochgebohrnen excellences
Göttingen den 7. Jun.
1751.
Unterthänigste Diener
J. A. Segnern.
T. Mayer.
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[Bl. 25r]
| Hinweis | Die folgenden Blattnummern beziehen sich auf den von Segner und Mayer verfassten Kostenvoranschlag.
Eingefügt wurden die undatierte Anmerkungen von Segner sowie die von Hardenberg vom 28.06.1751.
Der Kostenvoranschlag für die Instrumente bezieht sich auf die von Segner und Mayer eingereichte Liste vom 01.04.1751. |
Ohngefehrer Anschlag der Instrumente mit
welchen das Göttingische Observatorium zu verse=
hen seÿn wird.
| Rthl. | |||
| 1. | Der Octante welcher in Engellandt gemacht werden soll, kan ohne das Eisen und Holtzwerck, welches hier, demselben aufzusetzen und zu handhaben wird müßen gemacht werden, wenn sich die Englische Künstler ihre Arbeit nicht gar zu theuer bezahlen laßen, gemacht werden vor 100 £ Sterling oder ohngefähr | 600. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Warum man wünschte dieses Instrument unter den ersten zu haben, oder wenigstens es bedungen zu wißen, ist die verursachte Ursache, daß man sich in der Einrichtung des Eisenwercks, an welches es zu befestigen seÿn wird, nicht verstoßen möge, weil die Änderung deßselben unnöthige Mühe und Kosten verursachen würde. Außer dem könte es noch etwas ausgesetzet bleiben. Weil indeßen die Kosten vor daßelbe etwas schwerer fallen, so wird man sich helfen müßen so gut man kan, und bei der Angebung des Eisenwercks desto mehr Aufmercksamkeit gebrauchen. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| Die Verfertigung des Octanten, müsten vors erste ausgesetzet bleiben, bis die Antwort von dem Praesid: Folkes[11] eingelauffen und Geld dazu vorhanden ist. | |||
| 2. | Ein Quadrante höchstens 3 Schuh im radius, kan in Nürrnnberg[!] unter aufsicht des Hln. P. Lowitz gemacht werden.[12] Weil wir davon den richtigen Anschlag noch nicht haben erhalten können, so wird derselbe inclus. des Stativs, und des Transports gesetzt auf | 250. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Dieser Quadrant wird nicht wol zu entbeeren seyn. Vielleicht aber kan derselbe etwas wolfeiler geschaffet werden. Es ist würcklich ein dergleichen Quadrant in der Kohlreifischen Auction,[13] von welchen und einigen andern Instrumenten dieser Auction ich ein besonders unterthänigstes Pro Memoria machen will. Bis wir den Ausgang dieser Auction sehen, soll in Ansehung dieses Instruments nichts weiter verfüget werden. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| Wäre der in der Kohlreiffischen auction no 124. bezeichnete Quadrant dermaßen beschaffen, wie es Hl. Segner und Mayer wünschen; So müße man einen des Wercks Verständigen[14] zu deßen Ankauf commitiren, vielleicht bekähme man selbigen noch vor der auction für rtl. 30. bis 40. thl. Ingl. der 2.te nro 125. Taugen aber diese quadranten nichts so ist freyl. nicht rathsam vieles daran zu wenden. | |||
| 3. | Einen kleinen Portatilischen Quadranten hat der Prof. Segner gantz, und Hl. Campe[15] meist fertig. Es ist beschloßen daß dieser zur vollkommenheit gebracht werden soll, mit zusetzung einiger verbeßerungen, und man hat sich bis auf gnädigste Genehmhaltung engagirt denselben zu behalten, wenn er zu gehöriger Zeit fertig werden kan; wo nicht, so will man sich mit des Prof. Segners seinen begnügen laßen, nachdem dieser ebenfalls bequemer eingerichtet worden. Der Preis | 40. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Dieser Quadrant wird gegenwärtig würcklich bei bestimmung der Mittagsfläche des Thurns gebraucht, und ist also das erste Instrument, so wir haben müßen. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| Zu dem kleinen Portatilischen quadranten würden 40 thl. bewilliget. | |||
| 4. | Der Sector, deßen in dem unterthänigst eingesandten Verzeichnis der Instrumente unter dieser Nummer erwehnung geschehen, wird vors erste ausgesetzt werden, insonderheit da derselbe mit der Zeit auch hier wird gemacht werden können. | ||
| Anmerkung von Segner | |||
| Wen der Octante N°. 1. nicht fertig wird, so kan in deßen dieser Sector seine Stelle vertretten, und vermittelst desselben die Polh[o]ehe grade gestimmet werden. Er kan hier gemacht werden, und wird nicht über 50 rl kosten. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| desgl. 50 thl. zu dem in Göttingen zu verfertigenden Sectore. | |||
| 5. | Zur Bestimmung der Ascensionaldifferenzen hat der Prof. Segner ein sehr einfaches Instrument erfunden, welches aber, wegen seines vielfältigen Gebrauchs in duplo wird gemacht werden müssen. Beÿde Stücke zusammen, hier aufs beste gemacht, werden kosten | 50. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Ein dergleichen Instrument ist würcklich hier in der Arbeit Wir wollen sehen, daß wir das zweite gar sparen können. Wenigstens können wir uns in deßen mit einem behelfen. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| item 25 thl. zu dem Instrument, womit die ascensional Differentzen bestimt werden | |||
| Summa | 940. | ||
| [Bl. 25v] | |||
| 940. | |||
| 6. | Hl. Campe macht sich anheischig 2 Pendulen völlig nach Grahams[16] einrichtung, und mit völliger richtigkeit ohne viele Zierathen, doch recht sauber, inclus. das Gehäuse von Eichen Holtz, so mit ihren Beschlägen versehen sind, zu machen, das Stück zu 40 thl., also zusammen[17] | 80. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Eine dieser Pendulen könte anfänglich ebenfalls wegbleiben. Weil aber der Rathsverwante[!] Campe, da sie dieser Meister machen soll, saget, daß wenn sie recht gut werden sollen, er zwei zugleich machen müße: so könte ihm dieses erlaubt werden. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| -- 80 thl. zu 2 Pendulen, nach Grahams Einrichtung. | |||
| 7. | Prof. Segner hat eine kleine Astronomische Pendule, die mit einem guten gehäuse versehen, welche gleich anfangs zur Bestimmung der Mittags Linie, beÿ dem Thurne, mit würde können gebraucht werden. Diese wird inclus. des Gehäuses wie sie ist gerechnet auf 18 thl. Solte aber nachhero derselben ein anderes Gehäuse, und einige andere Zierde gegeben werden, damit diese Uhr mit den übrigen in einige Uniformität käme, so würden die Kosten überhaupt kommen auf | 24. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| diese Pendule ist da, und wird würcklich gebraucht. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| -- 18. thl. zu der kleinen Astronomischen Pendule. | |||
| 8. | Eine kleine astronomische Uhr zu 2–3 Tagen, welche so könte eingerichtet werden, daß sie beÿ etwan vorzunehmenden excursionibus Geographicis leicht mitzufuhren wäre, mit dem Gehäuse | 12. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| dieses ist eine Kleinigkeit, und kan zur Noth wegbleiben. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| Cessat.[18] | |||
| 9. | Dreÿ so genante Transitoria, welcher unter N.o 9. des Verzeichnißes angemerckt sind, können hier gemacht werden, das Stück zu 50 thl, also zusammen | 150. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Ein Transitorium ist anfänglich genug. Vielleicht kan es auch wolfeiler geschaffet werden. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| -- 40. thlr. zu einem Transitorio | |||
| 10. | Sechs tubos so unter den Bülowischen Instrumenten befindlich sind, mit Blechröhren und Meßingernen Hülsen vor die Gläser zu versehen ohne welchen sie nicht bequem gebraucht werden können | 50. | |
| Zweÿ Schrauben=Micrometra zu diesen Tubis, wenn sie hier gemacht werden, das Stücke 15 thl. | 30. | ||
| Anmerkung von Segner | |||
| Es ist nicht nöthig alle diese Tubos gleich anfangs anders faßen zu laßen. Ein Schrauben micrometrum ist unentbehlich, und würcklich in der Arbeit. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| Würde die Erlaubniß ertheilet, die Bülowschen Tubos, so gut möglich unter Aufsicht Hl. Segnern u. Mayer einrichten zu laßen und 15 thl zu einen Schrauben micrometro bewilliget. | |||
| 11. | Ein Tubus von 10 bis 12 Schuh, mit einem Micrometro, alles in Engellandt gemacht, außer der Blechröhre | 60. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Wir könten diesen Tubum entbeeren, wenn der Rathsverwante Campe sein Micrometra zu rechter Zeit liefert. Weil aber derselbe öfters durch andere Arbeit abgehalten wird, so wünschte ich daß wir ie eher ie lieber mit einem solchen Tubo versehen würden. Ich werde nicht recht ruhig seyn können, bis ich ihn fertig sehe. Denn da wir diesen Winter Obseruationes beym Mond machen wollen, welche mit des Abbe de la Caille[19] seinen auf dem Cabo de B[ona] E[speranca] correspondiren; so sind wir mit diesem Tubo, und den übrigen Instrumenten, die wir theils haben theils bis dahin fertig zu erhalten hoffen, zu diesen Observationen überflüßig versehen. fehlt uns aber ein dergleichen Tubus, so wird es schweer seyn, etwas recht gutes zu liefern. Außerdem könte das Micrometrum desselben uns Pro Exemplar dienen. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| Der Tubus von 10. bis 12 Fueß mit einem micrometro, wäre beÿ Graham zu bestellen ich schreibe desfals künfftige Post an Hl. geh[eim]bten Secr. Meyer,[20] und ersuche ihn selbst mit Graham zu sprechen, und von ihm den Preiß und die Zeit der Verfertigung zu erfragen. | |||
| Summa | 1346. | ||
| [Bl. 26r] | |||
| 1346. | |||
| 12. | Ein Newtonsches Telescopium von 3 schuhen, in Engellandt gemacht | 300. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Dieses Telescop kan Anfangs gar füglich wegbleiben. Mit der Zeit wird sich Gelegenheit finden solche Instrumente, die mehr zum Ra[...?] gehören, anzuschaffen. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| cessat vors erste. | |||
| 13. | Das Heliscopium automatum mit einem Spiegel zu versehen, und überhaubt bequemer und sauberer einzurichten, auch noch ein Fern Rohr dazu zu machen | 50. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Die Verbeßerung dieses Instruments kan vors erste auch aus gesetzt werden, zumalen da bei den übrigen noch genug zu arbeiten ist. | |||
| 14. | Allerhand machinae parallacticae die Tubos bequem zu regieren, wie auch den Octanten zu setzen, und bequem zu handhaben, samt den groben Eisenwerck welches hin und her gleich anfangs einzumauern seÿn wird | 200. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Weil man mit der Einrichtung dieser Instrumente noch nicht vollig fertig ist, so hat man den Preis etwas hoch gesetzt. Wir hoffen mit wenigern aus zu kommen. Gute Instrumente sind [.?]pel, und mithin wolfeiler als andere. Eine Machina parallactica ist bereits in der Mache. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| Zu denen Machinis parallacticis, würden überhaupt 100. thl. bewilliget. | |||
| 15. | Vier unbewegliche Tubi welche beständig nach gewißen Fixsternen gerichtet stehen, und weil sie außen angebracht werden sollen mit kupfernen Röhren zu versehen sind | 60. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Zwei dergleichen Fernröhre sind anfänglich genug. | |||
| Anmerkung von Hardenberg | |||
| dergl. 30. fl. zu 2 unbewegl. Tubis | |||
| 16. | Allerhand kleine Meubles, als Schräncke, Schreibtische, Taburets,[21] Schemmel und Treppen, von wenigen Stuffen, darauf zu steigen, zu sitzen, oder zu knien, Laternen, Schreib bücher zu den Obseruationen, RechenTafeln, und viele andere dergleichen dinge mehr | 100. | |
| Anmerkung von Segner | |||
| Bei diesen Dingen wird man sich so viel als möglich ist, einschräncken, da zu malen ein Observatorium niemals mit überflüßigen dingen, von was Art sie seÿn mögen zu überfrachten ist. | |||
| Summa | 2056. | ||
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Fußnoten
- ↑ Johann Andreas
Segner (09.10.1704–05.10.1777) war seit 1735 Professor für
Mathematik und Naturlehre in Göttingen. Ab 1748 war er mit der Planung der Sternwarte
befasst, ab 1751 überwachte er die Bautätigkeiten.
1755 wechselte er nach Halle.
- Kleinert, Andreas: Johann Andreas (von) Segner (1704–1777). Reports on Didactics and History of Mathematics 19, 2002, S. 15–20.
- Rab, Irén: Die Rolle von Johann Andreas Segner (1704–1777) bei der Errichtung der ersten Göttinger Sternwarte. In: Lengyel, Zsolt K. (Hrsg.): Ungarn-Jahrbuch. Zeitschrift für interdisziplinäre Hungarologie 37, 2021. Regensburg: Friedrich Pustet 2022, S. 41–63.
- ↑ Heinrich Eberhard
Balck[e] (06.04.1705–18.10.1769)
war geheimer Kanzleisekretär in Hannover.
- Lampe, Joachim: Aristokratie, Hofadel und Staatpatriziat in Kurhannover. Die Lebenskreise der höheren Beamten an den kurhannoverschen Zentral- und Hofbehörden 1714–1760. Band 2: Beamtenlisten und Ahnentafeln. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1762, S. 20, Eintrag 18 (Biographie), S. 86 (Ahnentafel).
- ↑ Für das Observatorium sollten einige Instrumente aus England
bestellt werden. Vgl. den Brief von Segner und Mayer vom
01.04.1751.
Lowitz wollte sich in Nürnberg um die Anfertigung eines Gerätes für die Göttinger Sternwarte kümmern, woraus allerdings nichts wurde.
- ↑ Für den Bau des Observatoriums einschließlich der benötigten
Instrumente standen nur ca. 3000 Reichstaler zur Verfügung.
- Brief der Landesregierung an Hardenberg vom 12.06.1751
- Forbes, Eric Gray: Tobias Mayer (1723–1762). Göttingen 2023, S. 101
- ↑ verdingen:
eine Arbeit bzw. einen Auftrag ausschreiben und vergeben.
- ↑ Joachim Heinrich von
Bülow (29.08.1650–06.04.1724)
war Staatsminister in Königlich britischen Diensten,
Großvoigt von Celle und Geheimer Rat gewesen. Seinen großen
Bücherbestand sowie einige physikalische und mathematische Instrumente
erhielt 1734 die Universität Göttingen als Geschenk.
- Lampe, Joachim: Aristokratie, Hofadel und Staatpatriziat in Kurhannover. Die Lebenskreise der höheren Beamten an den kurhannoverschen Zentral- und Hofbehörden 1714–1760. Band 2: Beamtenlisten und Ahnentafeln. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1762, S. 24–25, Eintrag 61 (Biographie), S. 138 (Ahnentafel).
- ↑ Ein diesbezügliches
Rescript wurde erst
am 01.07.1751 an den Rat der Stadt Göttingen geschickt.
- ↑ Der Vertrag
mit dem Maurermeister Heine wurde am 15.06.1751 unterschrieben.
- ↑ Friedrich Karl von
Hardenberg
(06.01.1696–24.05.1763) war ein hannoverscher Diplomat und Gartenarchitekt, der sich für die Errichtung der
Sternwarte in Göttingen einsetzte. Dass er aber bereits auf seiner Englandreise von 1744/45 Geräte für
die Sternwarte anschaffte, ist nicht haltbar, vgl. Bernd Adam in Bothmer, Köhler 2011, S. 43; Klausa 1990, S. 82.
- Bothmer, Wilken von / Köhler, Marcus (Hrsg.): Im Auftrag der Krone. Friedrich Karl von Hardenberg und das Leben in Hannover um 1750. Rostock: Hinstorff 2011.
- Klausa, Gustava-Alice: Friedrich Karl von Hardenberg (1696–1763). Ein hannoverscher Hofmann und Staatsdiener im Zeitalter der Aufklärung. Hildesheim: August Lax 1990.
- ↑ Michaelis ist der 29. September.
- ↑ Martin Folkes (29.10.1690-28.06.1754) war von 1741 bis 1753 Präsident der
Royal Society in England. Hardenberg hatte sich mit ihm auf seiner Englandreise von 1744/45 angefreundet. Im
Brief vom 10.03.1751 hatte Hardenberg angekündigt, dass er wegen der astronomischen Instrumente für das
Observatorium Folkes anschreiben wolle.
- ↑ Mayer beklagte später in einem
Brief an Johann Michael Franz (14.09.1700–12.09.1761), dass Lowitz seine Zusage einen Quadraten für die Sternwarte anzufertigen "aus kahlen Ursachen" zurückgezogen hätte. Vgl. auch den Brief von Segner an Münchhausen vom 12.07.1751.
- ↑ Gottfried
Kohlreif
(01./11.10.1676–13.08.1750) war evangelisch-lutherischer Dompropst am Ratezburger Dom. Sein Nachlass wurde
am 16.08.1751 versteigert. Im zugehörigen
Katalog waren
auch Instrumenta Astronomica verzeichnet ("Geheftete Bücher" mit eigener
Seitenzählung am Ende des Katalogs, S. 22).
- 124. Ein Meßingen in Engelland verfertigter Astronomischer Quadrante von 26. Zoll im Radio.
- 125. Ein dito 20. Zoll im Radio.
- ↑ Aus dem Schreiben von Balck vom 01.08.1751 geht hervor, dass man keinen
Sachverständigen kannte, der die Qualität der Quadranten vor Ort beurteilen konnte.
- ↑ Franz Lebrecht
Kampe
(um 1712–26.05.1785) hatte u.a. unter Segner in Göttingen studiert. Am 15.01.1740 wurde er zum
Rats- und Bauherrn ernannt. Er fertigte aber auch mechanische und astronomische Geräte an. Doch war er ein
vielbeschäftigter Mann, wodurch es bei der Auslieferung der Geräte immer wieder zu Verzögerungen kam.
Für die Sternwarte fertigte er u.a. die folgenden Geräte an:
- Zwei sehr genau gehende und viel gelobte Pendeluhren nach Grahamscher Bauart, die 1753 fertig wurden.
- Ein kleiner Quadrant mit einem Radius von etwa einem Fuß, der nach 1754 fertiggestellt wurde.
- Ein dreifüßiger Azimutalquadrant, der aber erst nach 1763 fertiggestellt wurde.
Literatur:
- Behrendsen, Otto (08.12.1850–01.04.1921): Zur Geschichte der Entwicklung der mechanischen Kunst. Deutsche Mechaniker-Zeitung, 1. Juni 1907/11, S. 101–107, hier S. 101–104.
- Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen 1785, 1, S. 992 (Nachruf).
- Poppe, Johann Heinrich Moritz (16.01.1776-21.02.1854): Franz Leberecht Kampe, weil. Senator, Bauherr und Mechanikus zu Göttingen. Neues hannoversches Magazin 9, 1799, Sp. 501-512.
- Wellenreuther, Hermann (Hrsg.): Göttingen 1690–1755. Studien zur Sozialgeschichte einer Stadt. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1988, S. 36 (Bewerbungsschreiben mit Schilderung seines Werdegangs); S. 343, Tabelle 1, Eintrag 36; S. 365, Tabelle 2, Eintrag 1740, 4.1.
- Die von dem Senat: Kampen für das Observatorium verfertigten Instrumente. Universitätsarchiv Göttingen: Kur. 7264.
- ↑ George Graham (07.07.1673–16.11.1751) war
ein bekannter englischer Uhrmacher.
- ↑ Campe hat später für die beiden Uhren 130 Reichstaler verlangt.
- ↑ cessat: ruht.
- ↑ Nicolas-Louis de Lacaille (15.03.1713–21.03.1762)
war vor allem dafür bekannt geworden, dass er 1750 ans Kap der guten Hoffnung reiste und
von dort den südlichen Sternenhimmel
vermaß. 1754 kehrte er nach Paris zuück und nahm dort wieder seinen Lehrstuhl für Mathematik
am Collège Mazarin ein.
- ↑ Johann Friedrich Meier (12.05.1705–22.04.1769)
war ab 1737 26 Jahre lang Geheimsekretär in London. Wilhelm Philipp Best, der später intensiv
mit dem Antrag des Längenpreises für Mayer beschäftigt war, heiratete 1747 eine Tochter von Meier.
Im Hardenbergschen Familienarchiv Nr. 1488, fol. 30–31 befindet sich ein Brief von Meier vom 20.08.1751
bzgl. des Ankaufs von Instrumenten im Auftrag Hardenbergs bei John Bird.
- Adam, Bernd: Einleitungsessay. In: Die Reise Friedrich Karl von Hardenbergs nach England in den Jahren 1744/45. AHA! Miszellen zur Gartengeschichte und Gartendenkmalpflege Nr. 8, 2024, S. 28, Fußnote 59.
- Bühring, Benjamin: Die deutsche Kanzlei in London. Kommunikation und Verwaltung in der Personalunion. Großbritannien-Kurhannover 1714–1760. Göttingen: Universitätsverlag 2021, S. 158, 180, 218.
- Lampe, Joachim: Aristokratie, Hofadel und Staatpatriziat in Kurhannover. Die Lebenskreise der höheren Beamten an den kurhannoverschen Zentral- und Hofbehörden 1714–1760. Band 2: Beamtenlisten und Ahnentafeln. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1762, S. 38, Eintrag 193 (zur Biographie von Wilhelm Philip Best), S. 338–339 (Ahnentafel).
- ↑ Taburet: ein Hocker oder ein kleiner Beistelltisch.
