Briefwechsel Tobias Mayer


Kurzinformation zum Brief Zum Original
Autor Michaelis, Johann David (1717-1791)[1]
Empfänger Münchhausen, Gerlach Adolph von (1688-1770)[2]
Ort Göttingen
Datum 17. Juni 1763
Signatur Niedersächsisches Landesarchiv Hannover: Hann. 92, Nr. 1028, Bl. 31r-v
Transkription Hans Gaab, Fürth

Unterth. P. S.


Der Herr de la Lande[3], er eben von Paris nach London gegangen ist, um über die Erfindungen der Longitudinis maris zu urtheilen, hat vor 6 Wochen aus Paris von freyen Stücken sehr günstig geschrieben, und Frau Meyer und mich ermahnet, die Meyerische Preis-Sache mit Ernst, und durch ein neues Memorial zu poussieren.[4] Dis thue ich in der Einlage an Herrn Best[5], in welche ich ein Memorial von mir an die Admiralität eingeschloßen habe. Da jezt, wegen Anwesenheit das Herrn de la Lande die größeste Hoffnung, und zugleich der entscheidende Zeitpunct ist: so bitte unterthänigst, daß Ewre Excellenz bey Übersendung

[Bl. 31v]
der Einlage Herrn Best diese Sache, und die Ehre unserer Universität und Societät, gnädigst empfehlen wollen.   Mit tiefster Devotion beharre,

Ewr. Hochgebohrne Excellenz

Göttingen d. 17. Jun
    1763

unterthänigster Diener Michaelis  



Fußnoten

  1. Johann David Michaelis (1717-1791) war Theologe und Orientalist an der Universität Göttingen. U.a. er entwarf für die dortige Akademie der Wissenschaften die Satzung und war einige Zeit Sekretär, dann Direktor dieser Einrichtung.
  2. Gerlach Adolph von Münchhausen (1688-1770) war Minister des Kurfürstentums Hannover. 1734 war er einer der Begründer der Georg-August-Universität in Göttingen. Ab 1753 war er als Kammerpräsident für das Ressort Finanzen zuständig.
  3. Joseph Jérôme Lefrançais de Lalande (1732-1807) war ein französischer Mathematiker und Astronom. Ab 1762 war er Professor für Astronomie am Collège Royale in Paris.
  4. poussiren: um Gunst werben.
  5. William Philip Best war Privatsekretär des englischen Königs Georg III. und als solcher für die hannoverschen Angelegenheiten zuständig. In seiner Lebensbeschreibung schrieb Michaelis zu ihm, dass der geheime Sekretär "damals mir unbekannt und nachher mein naher Verwandter" gewesen sei. Die beiden waren Vettern, worüber Michaelis der wichtigste Verbindungsmann von Mayer nach London geworden ist.


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