Briefwechsel Tobias Mayer


Kurzinformation zum Brief Zum Original
Autor Best, William Philip[1]
Empfänger Memorandum
Ort London
Datum 11. Oktober 1764
Signatur Niedersächsisches Landesarchiv Hannover: NLA HA Hann. 92 Nr. 1028, Bl. 17r-v
Transkription Hans Gaab, Fürth

Memorandum.

The late Professor Mayer at Göttingen has for several Years pass'd sollicited one of the Prizes fixed by an Act of Parliament of Queen Anne's for finding out the Longitude at Sea, and the Experiments and Observations, which have been made under the Direction of the Board of Longitude after the Method he has proposed, have been found very regular and exact, as the Report of the late D.r Bradley[2] at Greenwich will show. After the Decease of Prof. Mayer his Widow continued her Sollicitations, and having deliverd some more Calculations relating to this Affair., left by her Husband, the Board of Longitude, in an Answer to a Letter of the University of Göttingen in Favour of the Widow, has been pleased to declare, the Experiements should be made according to the said Calculations by the Officers appointed for making a Trial of M.r Harrisons[3] Clock.

The kind Assistance and Protection of the Right

[Bl. 17v]
Hon.ble the Lord Egmont[4] is therefore implored, that this affair at the next Board of Longitude may be taken into further Consideration, and decided according to the Merits fo the Invention.

London the 11.th of October 1764.

W Best.



[Übersetzung] Memorandum.

Der verstorbene Professor Mayer aus Göttingen hat sich mehrere Jahre lang um einen der Preise beworben, die durch das Gesetz der Königin Anne zur die Ermittlung der Längengrade auf See ausgeschrieben worden waren, und die Experimente und Beobachtungen, die unter der Leitung des Board of Longitude nach der von ihm vorgeschlagenen Methode durchgeführt wurden, haben sich als sehr regelmäßig und genau erwiesen, wie der Bericht des verstorbenen Dr. Bradley aus Greenwich zeigen wird. Nach dem Tod von Prof. Mayer setzte seine Witwe ihre Bemühungen fort und übermittelte einige weitere Berechnungen zu dieser Angelegenheit, die ihr Mann hinterlassen hatte. In einer Antwort auf einen Brief der Universität Göttingen zugunsten der Witwe erklärte sich das Längengradkomitee bereit, die Experimente gemäß den genannten Berechnungen durch die Offiziere durchführen zu lassen, die für die Prüfung der Uhr von Herrn Harrison ernannt worden waren. Die freundliche Unterstützung und der Schutz des ehrenwerten Lord Egmont werden daher dringend erbeten, damit diese Angelegenheit bei der nächsten Sitzung des Längengradausschusses weiter geprüft und den Verdiensten der Erfindung gemäß entschieden wird.

London, den 11. Oktober 1764.

W Best.



Fußnoten

  1. William Philip Best war Privatsekretär des englischen Königs Georg III. und als solcher für die hannoverschen Angelegenheiten zuständig. In seiner Lebensbeschreibung schrieb Michaelis zu ihm, dass der geheime Sekretär "damals mir unbekannt und nachher mein naher Verwandter" gewesen sei. Die beiden waren Vettern, worüber Michaelis der wichtigste Verbindungsmann von Mayer nach London geworden ist.
  2. James Bradley (1692-1762) war seit 1742 in Nachfolge von Edmund Halley (1656-1742) erster Königlicher Astronom und Direktor der Sternwarte in Greenwich gewesen. Er starb am 13.07.1762.
  3. John Harrison (1693-1776) war ein englischer Uhrmacher, der eine genau gehende Uhr erfand, mit der das Längenproblem auf See zu lösen war.
  4. Gemeint ist John Perceval, 2. Earl of Egmont (1711-1770).


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