Briefwechsel Tobias Mayer
| Kurzinformation zum Brief | Zum Original |
| Autor | Best, William Philip[1] |
| Empfänger | Längenkommission |
| Ort | London |
| Datum | 1. November 1764 |
| Signatur | Niedersächsisches Landesarchiv Hannover: NLA HA Hann. 92 Nr. 1028, Bl. 11r-v [Entwurf] |
| Transkription | Hans Gaab, Fürth |
To the Right Honble The Lords Commissioners appointed by Act of Parliament for the Discovery of the Longitude at Sea.
May it please Your Lordships to remember, that the late Professor Mayer at Göttingen, having deliverd his Calculations for finding out the Longitude in the way proposed by Sir Isaac Newton, has sollicited one of the Prizes setled by an Act of Parliament of Quen Anne's for cleaning up this great problem. Affter the decease of the said Professor Mayer his Widow and Children have repeated their Sollicitations, and
[Bl. 11v]
the Royal Society of Sciences at Göttingen have taken
the Liberty to make a Representation in their favour,
upon which I received the Resoluton of the 15th of August
last year, wherof a Copy is annexed, as they confidently rely on Your
Lordships Goodness and Generosity to grant such a prize as
the Invention shall deserve, I am desired to lay this affair
again before the Board, and to intreat Your Lordships,
that in Consequence of the said Resolution it may be taken
into consideration, and determined upon, I herewith
discharge myself of this order in that perfect submission und
Respect with which I am
MyLords
Your Lordships
1st Nov: 1764.
W Best.
[Übersetzung]
An die ehrenwerten Herren Kommissare, die durch ein Gesetz des Parlaments zur Ermittlung der Längengrade auf See ernannt wurden.
Mögen Eure Lordschaften sich daran erinnern, dass der verstorbene Professor Mayer aus Göttingen, nachdem er seine Berechnungen zur Ermittlung der Längengrade nach der von Sir Isaac Newton vorgeschlagenen Methode vorgelegt hatte, einen der Preise beantragt hatte, die durch ein Gesetz von Königin Anne für die Lösung dieses großen Problems ausgeschrieben worden waren. Nach dem Tod des genannten Professors Mayer haben seine Witwe und seine Kinder ihre Bitten wiederholt, und die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen hat sich die Freiheit genommen, sich zu ihren Gunsten zu äußern, woraufhin ich den Beschluss vom 15. August letzten Jahres erhalten habe, dessen Kopie beigefügt ist, da sie sich auf die Güte und Großzügigkeit Eurer Lordschaften verlassen, einen Preis zu gewähren, wie ihn die Erfindung verdient, bin ich beauftragt, diese Angelegenheit erneut vor den Vorstand zu bringen und Eure Lordschaften zu bitten, dass sie aufgrund des genannten Beschlusses berücksichtigt und entschieden wird. Hiermit entbinde ich mich von diesem Auftrag in vollkommener Unterwerfung und mit dem gebührenden Respekt, mit dem ich bin
MyLords
Eure Lordschaften
1st November 1764.
W Best.
Fußnoten
- ↑ William Philip Best war Privatsekretär des englischen Königs Georg III. und als solcher für die hannoverschen Angelegenheiten zuständig. In seiner Lebensbeschreibung schrieb Michaelis zu ihm, dass der geheime Sekretär "damals mir unbekannt und nachher mein naher Verwandter" gewesen sei. Die beiden waren Vettern, worüber Michaelis der wichtigste Verbindungsmann von Mayer nach London geworden ist.
