Briefwechsel Peter Kolb


Kurzinformation zum Brief Zum Original
Autor Kolb, Peter (1675-1726)
Empfänger Münik (Munck), Georg[1]
Ort Kap der Guten Hoffnung
Datum 24. Juni 1706
Signatur UB Tartu: Epistolae autographae CC Philosophorum cel. II. F 3,Mrg CCCLIVa, Bl. 223r-v
Transkription Hans Gaab, Fürth[2]

Myn Heer, en seer goede Vriend.

Hoewel ik in de Hollandsche Tael soo volkomen nog niet en ben, dat ik mij soude onderstaan darren,[3] eenen opreghten Hollandschen brief te willen schrijven; so hebbe dog echter liever in deselfde Tael willen antworden, in dewelke het UE[4] beliefd heefd aan mij te schrijven, niet soo wel, om dat UE deselfde, door soo lang een gebruijk beter als de Hoogduitsche verstond, maar wel, om dat ik mij benaarstige, door quaalijk schrijven, goed te lieven schrijven, hoopende, dat UE daarom alle fauten pardonneeren wird, die ik daardoor mogte begaan. Ende dewijl ik met de laetste scheepen niet aan UE geschreeven, om reden, dat ik niet wiste, door wien ik mijne briefen uijt Duitsland ontfangen sou, ten deel ook, om dat mij de Tijd manqueerde; soo ist ten hooghsten van nooden, mij daarom bij UE t' excuseeren, sullende sulx ten allen tijden niet alleen beter observeeren, maar ook van nu af aan soeken standvastig de correspondence t'onderhouden. Wij hebben met het Schip d'Vnie een Rijse van bynaa 6. Maanden gehad, en is daarom aan UE onmogelijk geweesen, van mijn arrivement wat te konnen weeten; het is ook deeser weegen de gebruijkte precautie, van wegen het geld, billijk hoogh te estimeeren. Maar, hoewel ik mij hier, om sulx par wissel op UE te verkrijgen, sterk bemoeijet, indien ik het hooghstens van doen heb, en in Kassa niet eenen duit meer besitte, soo echter heeft mij dog niemant daarmede dienen willen; men heeft mij soo langh te vergeefs hoope gemaakt, tot dat eindelijk seker man, die Gelt naar Amsterdam te senden genootsaakt was, aan mij, te helpen beloofd, maar echter in der daat nidt presteert heefd; Want hij laat mij nu dien Oogenblijk sijn veranderte resolutio weten, en voegt et bij, dat hij sijn Geld soo op het ongewisse, niet waagen wil. Ik werde

[Bl. 223v]
alsoo getwongen, Geld op interesse te nemen, soo ik het maar verkrijgen kan, waar mede edoch mijn Principal, den Heer Gehijmen Raad van Krosik[5] niet vool sal gedient wesen; Dog het kan weer goed gemakt worden, wan ik dat Gelt in Malleschellingen[6] kan ontfangen. waartoe mijn Heer behulplijk sijn kan, wen UE beliefd de goedhijd te hebben, sulx aan den een ofte den anderen schipper met sulk een conditie to geven (het welks sij kraag en willig doen sullen, indien sij daarmeede nog veel meer profit maken konnen als Malleschellingen bedraagen) gelijk ik sulx breedelijker aan den Heer Gehijmen Raad geschreven. De Nieuwighijden hier voorfallende sijn in t Vaderland buijten twijffel soo wel bekend als hier, daarom sal ik niet daarvan schrijven. Dit eenige resteert nog, dat ik UE, naar hartelijker Groetenis aan sijn Excellentie de Heer Boergermeester Witzen[7], mijn Heer de Blocquerie[8], en UE gantsche Familie, ende naar aanwenschinge van goeden gesonthijd, in de Hoede des allerhooghsten bevoolen hebbende segge, dat ik van gantscher Herten sij ende verblijve

Mijn Heer, en seer goede Vriend

Caap de goede
Hoop
den 24 Junii.
Ao 1706.

UEDW Dienaar[9]
Kolbe

Aan Myn Heer
Mÿn Heer Georg Munnik.
woonende in Amsterdam dight
bÿ de Schouboerg op de Keÿsers-
Kraft.[10]
Amsterdam.



Übersetzung:

Mein Herr, und sehr guter Freund.

Obwohl ich in der Holländischen Sprache noch nicht so vollkommen bin, dass ich es wagen sollte mich zu unterstehen, einen richtigen holländischen Brief schreiben zu wollen; so habe doch lieber in der gleichen Sprache antworten wollen, in welcher Euer HochEdel es beliebt hat, an mich zu schreiben, nicht so gut, dass es Euer HochEdel gleicht, doch solange der Gebrauch [des Holländischen] besser als das Hochdeutsche verstanden wird, mag es besser sein, dass ich versuche, Ihnen lieber schlecht als recht zu schreiben, hoffend, dass Euer HochEdel deshalb alle Fehler verzeihen wird, die ich dadurch begangen haben mag. Dass ich mit dem letzten Schiff nicht an Euer HochEdel geschrieben habe, lag daran, dass ich nicht wusste, durch wen ich meine Briefe aus Deutschland überschicken würde, teilweise auch, weil mir die Zeit fehlte. So ist nun dringlich von Nöten, dass ich mich bei Euer HochEdlen entschuldige, und solches in künftigen Zeiten nicht nur besser beachte, sondern von nun an eine beständige Korrespondenz unterhalte. Wir haben mit dem Schiff d'Vnie eine Reise von beinahe sechs Monaten gehabt, und es ist darum für Euer HochEdel unmöglich gewesen, von meiner Ankunft etwas zu wissen; Es ist auch deswegen die angebrachte Vorsicht wegen des Geldes sehr hoch zu schätzen. Jedoch, obwohl ich mich hier sehr bemüht habe, um durch einen Wechsel Hilfe von Euer HochEdlen zu bekommen, wenn ich es höchst nötig hatte, und in der Kasse kein einziger Cent mehr war, so hat mir doch damit niemand dienen wollen. Man hat mir so lange vergeblich Hoffnung gemacht, bis endlich ein bestimmter Mann, der Geld nach Amsterdam zu senden genötigt war, mir zu helfen versprach, aber dies in der Tat nicht getan hat; denn er ließ mich eben in diesem Augenblick seinen geänderten Beschluss wissen, und fügte hinzu, dass er sein Geld wegen der Ungewißheit nicht riskieren will. Ich werde

[Bl. 223v]
also gezwungen, einen Kredit aufzunehmen, so ich einen bekommen kann, womit jedoch meinem Prinzipal, dem Herrn Geheimrat von Krosigk, nicht gedient wäre; doch dies kann wieder gut gemacht werden, wenn ich das Geld in Malleschellingen empfangen kann, wozu mein Herr behilflich sein kann, wenn Euer HochEdel die Gütigkeit zu haben belieben, solches an den einen oder anderen Schiffer mit solch einer Bedingung zu geben (welches diese bereitwillig tun sollten, wenn sie damit viel mehr Profit machen können als die Malleschellingen betragen) wie ich solches bereits an den Herrn Geheimrat geschrieben habe. Die hier vorfallenden Neuigkeiten sind ohne Zweifel im Vaterland so wohl bekannt als hier, weshalb ich nichts darüber schreibe. Das eine ist noch übrig, dass ich Euer HochEdel, nach herzlichen Grüßen an sein Exzellenz, den Herrn Bürgermeister Witsen, meinen Herrn de Blocquerie und Euer HochEdel ganze Familie unter Anwünschung guter Gesundheit, in die Hände des Allerhöchsten empfehle, und erkläre, dass ich von gantzem Herzen bin und verbleibe

Mein Herr und bester Freund

Kap der guten Hoffnung,
den 24. Juli 1706.

Ihr dienstwilliger Diener
Kolb


Fußnoten

  1. Zu dem bei dem bereits verstorbenen Georg Munck liegengebliebenen Wechsel für Kolb siehe von Krosigks Schreiben vom 22.08.1706.
  2. Ich danke Nico van Eikema Hommes von der AGN für umfangreiche Hilfe bei der Korrektur und Übersetzung des holländischen Textes.
  3. darrem: dürfen.
  4. UE: U Edele, sehr höfliche Anrede.
  5. Der Baron Bernhard Friedrich von Krosigk (1656-1714) hatte Kolb auf die Reise ans Kap geschickt.
  6. Ein malle schelling oder zesd'half ("närrischer, böser Schilling", ungestempelt oder abgewertet) galt statt sechs Stüver nur fünfeinhalb.
    • Marin, Pieter: Groot Nederduitsch en Fransch Woordenboek. Dordrecht, Amsterdam 1730, S. 553, 789, 1044
  7. Zu Nicolaas Witsen siehe die Anmerkungen im Brief vom 00.05.1704.
  8. Zu Hendrik van de Blocquery siehe die Anmerkung im Brief vom 00.05.1704.
  9. UEDW Dienaar: dero dienstwilliger Diener (übliche Schlussformel).
  10. Das Amsterdamer Theater an der Keyzersgracht (graft/kraft = Nebenform).

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