Johann Leonhard Graf

Nürnberger Rechenmeister.

* 6.10.1668 in Nürnberg ; †30.9.1729 in Nürnberg

Lebenslauf:

1647 erhielt der Rechenmeister Johann Graf kostenlos das Nürnberger Bürgerecht. Als Peter Kolb (1675-1626) 1694 nahezu mittellos in Nürnberg ankam, wurde er zunächst bei Johann Graf aufgenommen. 1696 ist seine Schule noch am Lorenzer Platz verzeichnet. Johann Graf ist vor 1705 verstorben.

Johann Graf könnte der Vater von Johann Leonhard Graf gewesen sein. Der lernte Zeichnen und Malen bei dem mit ihm nicht verwandten Johann Andreas Graf (1637-1701). Die Rechenkunst lernte er bei Georg Christian Gorck (1615-1687), wobei er sich vor allem für Geometrie, Perspektive und Fortifikation interessierte. Acht Jahre lang lernte er anschließend bei dem Schreib- und Rechenmeister Michael Schwab. 1690 wurde er selbst Schreib- und Rechenmeister am Hof in Ansbach. Zu seinen Schülern zählten der spätere Markgraf Wilhelm Friedrich (1685-1723) sowie dessen Schwester, die spätere englische Königin Wilhelmine Caroline (1683-1737). Um 1700 kehrte er nach Nürnberg zurück, wo er als Notar und Registrator arbeitete, zuletzt als Gegenschreiber am Land-Almosen-Amt. Er starb im September 1729 in Nürnberg.

Heisinger erwähnt auch einen Rechenmeister Paul Ulrich Graf, von dem aber nicht bekannt ist, ob er mit Johann Leonhard Graf verwandt war.

Wirken:

1701 schickte Graf eine Probe seines Könnens in der Algebra an die Kunst-Rechnungs-liebende und -übende Societät nach Hamburg, die ihn daraufhin als Mitglied aufnahmen. 1713 brachte er ein für Kaufleute bestimmtes Rechenbuch heraus, das sich in den Beständen der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart erhalten hat (Gew.oct.1988).

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1701 wurde Johann Leonhard Graf in die 1690 gegründete „Kunst-Rechnungs-liebende und – übende Societät“ in Hamburg aufgenommen, das ist die heutige Mathematische Gesellschaft in Hamburg.

Ausgewählte Werke:

Literatur:



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