Johann Ludtring

Nürnberger Mechaniker und Zirkelschmied.

* 9.8.1628 in Nürnberg (Taufe) ; †31.7.1688 in Nürnberg (Beerdigung)

Lebenslauf:

Der Zirkelschmied Johann Ludtring war auf chirurgische und zur Goldschmiedekunst gehörige Instrumente spezialisiert. Er stellte aber auch zahlreiche Instrumente für die Sternwarte von Georg Christoph Eimmart (1638-1705) her. Bereits 1680 fertigte er nach Anweisungen von Eimmart ein copernicanisches Planetarium. Dieses Gerät wurde 1690 durch die Nürnberger Kaufleute Andreas Ingolstetter (1633-1711) und Jacob Grassel angekauft und der Universität Altdorf zur Verfügung gestellt. Johann Christoph Sturm (1635-1703) verfasste ein Vorwort zu einer ausführlichen Beschreibung des Gerätes durch Eimmart und brachte diese Schrift 1695 heraus. Das Planetarium wurde zunächst in der Universitätsbibliothek aufbewahrt, erst beim Neubau der Sternwarte wurde es 1713 dorthin gebracht und hauptsächlich für Unterrichtszwecke verwendet. Unterdessen ist es eines der Schmuckstücke der Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums auf der Nürnberger Burg. Dies ist das einzige Gerät Ludtrings, das sich bis heute erhalten hat.

1687 stellte er für Eimmart den großen Trienten (Drittelkreis) auf. Weiter zählt Doppelmayr „etliche kleine Quadranten, Hemicyclos, und mehr anderes“ auf. Nach Zinner soll er auch Hohlsonnenuhren verfertigt haben. Erhard Weigel (1625-1699) ließ von ihm eine Armillarsphäre herstellen, die von der Stadt Nürnberg angekauft und der Sternwarte vermacht wurde.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

2008 wurde in Nürnberg eine Straße in der Nähe der Tafelhalle nach ihm benannt.

Literatur:

Links:



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