Johann Heinrich Müller

Sternwartendirektor in Nürnberg und Altdorf.

* 15.01.1671 in Wöhrd[1] ; † 05.03.1731[2]

Lebenslauf:

Johann Christoph Müller war von 1687 bis 1692 Assistent von Georg Christoph Eimmart (1638-1705) auf dessen Sternwarte. Sein Bruder Johann Christoph (1673-1721) wurde sein Nachfolger bei Eimmart. 1692 ging er nach Altdorf, wo er bei Johann Christoph Sturm (1635-1703) wohnte. Ende 1697 ging er nach Gießen, im Mai 1699 wechselte er nach Tübingen, wobei er Theologie studierte. 1701 kehrte er nach Nürnberg zurück und half zunächst Eimmart bei dessen Arbeiten. Der vermittelte ihn aber auch als Privatlehrer an Gottlieb Volkamer (1648-1709).

1704/05 war er in der Verhandlungen zur Übernahme der Sternwarte durch die Stadt Nürnberg eingeschaltet. Er wurde als neuer Sternwartendirektor eingestellt und erhielt zugleich die Stelle als Physikprofessor am Egidiengymnasium. 1709 erhielt er einen Ruf nach Altdorf, dem er 1710 folgte. In Altdorf blieb er bis zu seinem Lebensende 1731.

Wirken:

Johann Heinrich Müller ist vor allem der Aufbau der zweiten Altdorfer Sternwarte auf dem Dach des Kollegiengebäudes zwischen 1711 und 1713 zu verdanken. Am 15. August 1713 weihte er das neue Observatorium mit einer feierlichen Rede ein. Im Folgenden soll er es fast täglich besucht haben und führte hier zahlreiche Studenten in die beobachtende Astronomie ein.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Müller wurde am 5. Mai 1728 auswärtiges Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften sowie am 17. Juli 1730 Mitglied unter dem Namen Marcus Manilius I der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher, der heutigen Leopoldina.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:


Fußnoten

  1. "15. [Januar 1671] "☉ Johann Müller, Schulmeister, Ursula: Johann Heinrich: Johannes Zimmermann, Scheibenziher" (Taufen Nürnberg-St. Bartholomäus (Wöhrd) 1556-1674, Bl. 24r.
  2. "♆ den 12. Martii, der HochEdel [...] u. Hochgelehrte Hl. Johann Heinrich Müller Mathes. et Phys. P.P. h.t. Decanus, aet: 60 Jahr" (Bestattungen Altdorf 1724-1748, Bl. 70r, Nr. 15.
  3. "Febr. 7. [1678] Hl Johann Müller, Schulmeister, aet. 57. Jahr" (Bestattungen Nürnberg-St. Bartholomäus (Wöhrd) 1632-1742, Bl. 77v.
  4. "☿ d. 20. Jan [1706] Der WolEhrn Vest Groß Achtbar und Wolgelährt Hl. M. Johann Heinrich Müller, in Auditorio Aegidiano Phys. P. P. des Ehrbaren und Wolgel. Johann Müller wolverordneter Schulmeister, [...] S: N. E. S., die Ehrbare Viel Ehrn u. Tugendr. Jfr. Maria Clara, des Ehrbarn und Vesten Georg Christoph Eimmart, Mathematici, S. N. E. T. ½ Votif im Hauß" (Trauungen St. Lorenz 1664-1736, S. 696.
  5. "d. 7. Jun. [1711] Herr Johann Heinrich Müller, bey allhiesiger löbl. Univ. Physices et Matheseos weitberühmter Professoro Publicus, ein Wittwer und Jfr. Apollonia, des Erbaren und [...] fürnehmen Hl. Jacob Lochners Seel. nachgelaßene Ehel. Tochter" (Trauungen Altdorf 1643-1717, S. 863f.).
  6. "12. [Mai 1687] Jacob Lochner, ScheibenZiher und Verleger, Anna, Apollonia, Apollonia, Georg Kraft, ScheibenZihers und Verlegers Ehefr." (Taufen St. Sebald 1676-1701, S. 590.
  7. "☉ d. 9. Nov. [1755] Frau Apollonia, Herrn Joh. Albrecht Spießens, Philosph. Et Jur. Doctoris, prof. Publ. Ord. der Löbl. Philosophischen Facultaet Senioris und der Nürnbergischen Beneficior. Ober Inspectoris, Frau Ehegemahlin" (Bestattungen Altdorf 1748-1770, Bl. 105, Nr. 113.


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