Familie Strobel

Nürnberger Rechenmeister im 16. Jahrhundert.

Lebenslauf:

1572 starb der „rechenmaister hinter St. Egidien“ Hans Strobel. Bereits zwei Jahre vorher verzeichneten die Totengeläutbücher von St. Sebald die „rechenmaisterin bey All Heiligen“ Sophia Hanns Stroblin. Dabei dürfte es sich um seine Ehefrau gehandelt haben.

Adam Strobel war wahrscheinlich ihr Sohn, der bei Johann Neudörfer d.Ä. (1497-1563) in die Schule ging. 1573 wurde er Adjunkt des Kornschreibers im Neuen Spital und später selbst Kornschreiber als Nachfolger von Peter Probst (1510/15-1576). 1576 wurde er – anscheinend folgenlos – bezichtigt, mit seiner Schwägerin Unzucht getrieben zu haben. Im Januar 1577 warf ihm der Rat Urkundenfälschung und Veruntreuung vorwarf und setzte ihn deshalb vier Wochen auf den Turm. Danach konnte er aber seine Tätigkeit als Rechenmeister fortsetzen. Sein bekanntester Schüler war Anton Neudörfer (1571-1629). Strobel starb 1604 als wohlhabender Rechenmeister „in der Braitengassen“, doch ging es mit seiner Familie anscheinend wirtschaftlich bergab: 1612 wurde jedenfalls dem ehemaligen Schulhalter Lienhard Strobel eine Sammlung unter Kaufleuten zur Linderung der wirtschaftlichen Not verboten. Er muss kurz darauf verstorben sein und hinterließ eine Frau und sieben Kinder. Im Juli 1613 bat seine Frau erneut darum, unter Kaufleuten sammeln zu dürfen, sie wurde jedoch ans Almosenamt verwiesen.

Literatur:



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