Johann Christoph Stürmer von Unternesselbach

Letzter Professor für Mathematik am Egidiengymnasium.

* 11.9.1775 in Nürnberg ; †28.7.1828 in Nürnberg

Lebenslauf:

Johann Christoph Stürmer hörte schon als Schüler bei seinem Schwager Georg Friedrich Kordenbusch (1731-1802) mathematische und physikalische Vorlesungen. Danach studierte er in Altdorf Jura, ließ aber auch keine der Vorlesung des dortigen Mathematikdozenten Johann Leonhard Späth (1759-1842) „ungehört vorbeigehen“. 1800 wurde er Doktor der Rechte und unter die außerordentlichen Advokaten der Stadt Nürnberg aufgenommen. Im November 1804 wurde er Nachfolger von Kordenbusch am Egidiengymnasium. Diese Stelle hatte er bis mindestens 1809 inne, erhielt dafür aber keine Bezahlung. Ab 1819 soll er Besitzer des Herrensitzes Thumenberg gewesen sein, den er vermutlich von der 2. Ehefrau von Kordenbusch erbte. Bei seinem Tod 1828 wurde er als Appelationsgerichts-Advokat bezeichnet.

Wirken:

Stürmer veröffentlichte einige kleine Schriften zu Mond- und Sonnenfinsternissen. Auch besaß er Manuskripte aus dem Nachlass von Johann Leonhard Rost (1688-1727). Diese dürfte er von seinem Schwager Kordenbusch geerbt haben, der das Astronomische Handbuch von Rost neu herausgegeben hatte. Die Manuskripte befinden sich heute im Besitz der Archenholdsternwarte in Berlin. Kordenbusch waren auch eine Pendeluhr sowie eine Kunstuhr aus dem Besitz der Eimmart-Sternwarte zur Verfügung gestellt worden. Beim Amtsantritt von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) als Leiter des Egidiengymnasiums musste Stürmer diese Uhren an ihn abtreten, der sie in seinem Büro aufhing. In einem Manuskript beschrieb er die Kunstuhr ausführlich, wobei er sich bitter darüber beklagte, dass er so nach fünf Jahren unentgeltlichen Unterrichts behandelt wurde. Noch dazu sei die Pendeluhr aus Hegels Büro gestohlen worden, was dieser aber erst ein halbes Jahr später bemerkte.

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:



Zurück zur alphabetischen Übersicht