Briefwechsel Georg Moritz Lowitz


Kurzinformation zum Brief  
Autor Lowitz, Georg Moritz (1722-1774)
Empfänger Becker, Maria Elisabeth
Ort Göttingen
Datum 8. Februar 1760
Signatur Universitätsarchiv Göttingen: D-23-9-2, Scan 240-242
Transkription Hans Gaab, Fürth


An die Jungfer Maria
Elisabetha Bekern
beÿ ihrer Mutter der
Wittwe Frau Bekern
vor der Lansweeder Poste
zu erfragen
in Münden
durch Expresse



[Scan 240]

Meine werthe Jungfer Beckern ![1]


Meine Frau und ich hätten Sie gerne wiederum in unsere Dienste: und da Sie es lezthin selbst zu uns sagte daß Sie wiederum zu uns kommen möchte wenn der Dienst ledig würde; so gebe ich Ihr hiermit durch diese Bothen Frau expresse Nachricht davon, daß wenn Sie ledig ist, und Lust hat noch einmahl beÿ uns ein zu stehen, es entweder also bald oder doch auf Ostern geschehen könne. Sie weiß, daß ich jezt mehrere Leute im Hauße habe, und daher wegen der Last auch eine bessere Einrichtung getroffen ist; so hoffe ich wird sie wegen dieses Punctes künftighin nichts zu klagen haben. Den jährlichen Lohn setzen wir für Sie auf 12 Taler, und die übrigen Einkünfte sind Ihr schon bekant. Meine Frau hat viele Liebe für Sie, und sie wird sich auch Ihr jezt besser stellen können. Die Frau Popp[2] verlangt gleichfalls nach ihrer Gesellschaft und läßt Sie vielmahls grüßen.

Gebe Sie uns durch diese Bothen-Frau also bald von Ihrer Entschliesung Nachricht und will Sie gleich mit Ihr herüber kommen, so kan Sie gut beÿ uns wohnen, auch wenn

[Scan 241]
Sie gleich in den Dienst eintretten will, so kan es geschehen, und ich lasse unsre Köchin gehen, die mit Ihrem Liebsten von Göttingen hinweg ziehen will.[3] Dieses wäre meiner Frau recht lieb, wenn es geschehen könte. Bringet Sie Ihre Sachen gleich mit herüber; so ist es uns recht angenehm,

Wir erwarten ihren rechten Entschluß.


Ich bin Ihr



Göttingen am 8ten Febr,
            1760.

ergebener Freund
Professor Lowitz



Fußnoten

  1. Maria Elisabeth Becker war 1762 beim Stallmeister Ayrer als Köchin angestellt. Vgl.:
    Wagener, Silke: Pedelle, Mägde und Lakaien: Das Dienstpersonal an der Georg-August-Universität Göttingen 1737-1866 (= Göttinger Universitätsschriften: Serie A, Schriften; Bd. 17 ). Göttingen: Univ., Diss. 1994, S. 472.
  2. Aus Nürnberg hatte Lowitz Anna Maria Eleonore Kugler mitgebracht, die bis 1758 als seine Köchin angestellt war. Dann heiratete sie den Universitätsmechaniker Heinrich Balthasar Poppe (1725-1818). Für die Heirat wurde sie von Dorothea Lowitz ausgestattet, auch konnte das Paar zunächst bei den Lowitzens wohnen.
  3. Im Pro Memoria vom 17.08.1763 schrieb Lowitz dagegen: "Am Ostern 1760. trat also die Jgfr. Beckern zu rechter Zeit in unsern Dienst, und die Nürnberger Köchin blieb als Kindsmädgen beÿ uns."


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