Leichpredigt von Will auf Adelbulner.
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Michael Adelbulner

Herausgeber der ersten astronomischen Fachzeitschrift.

* 03.02.1702 in Nürnberg[1] ; † 21.07.1779 in Altdorf[2]

Lebenslauf:

Nach dem Besuch des Nürnberger Egidiengymnasiums ging Adelbulner 1720 zum Studium nach Leipzig. Nach dem Tod seiner Mutter half er ab 1721 in der Druckerei seines Vaters mit. Ab 1725 studierte er Philosophie und Mathematik in Altdorf. Nachdem auch sein Vater 1737 starb, verkaufte er 1741 die elterliche Druckerei und nahm im folgenden Jahr erneut ein Studium in Altdorf auf, diesmal das der Medizin. Als 1742 der Altdorfer Mathematikprofessor Michael Kelsch (1693-1742) starb, wurde er dessen Nachfolger. Damit war auch die Aufsicht über die Altdorfer Sternwarte verbunden. 1766 erhielt er zusätzlich den Lehrstuhl für Logik.

Wirken:

Bekannt wurde Michael Adelbulner 1733, als er auf Anregung des durchreisenden Anders Celsius (1701-1744) mit dem Commercium litterarium ad astronomiae incrementum (Mitteilungsblatt zur Förderung der Astronomie) die erste astronomische Fachzeitschrift herausgab. Zwischen Oktober 1733 und Mai 1736 kamen fünfzig Ausgaben heraus, in denen ständig auf aktuelle Himmelsereignisse hingewiesen wurde. Diese Zeitschrift brachte Adelbulner die Aufnahme in die Preußische Akademie der Wissenschaften ein. Ab Mai 1736 brachte er statt der lateinischen eine deutsche Zeitschrift mit dem Titel Merkwürdiger Himmelsbegebenheiten heraus. Die 34. und letzte Ausgabe erschien im Dezember 1740.

Als Mathematikprofessor in Altdorf legte er viel Wert auf astronomische Beobachtungen in der dortigen Sternwarte. 1761 machte er mit einer lateinischen Schrift auf den damaligen Venusdurchgang aufmerksam. Im Laufe seines Lebens legte er sich eine umfangreiche Sammlung physikalischer und astronomischer Geräte zu, die bei seinem Tod von der Universität aufgekauft und in der Sternwarte aufgestellt wurde.

Adelbulner gab ab 1743 auch Kalender heraus, wobei er für die astronomischen Daten des gesamten Endterschen Verlages zuständig war. In dieser Funktion folgten ihm Johann Conrad Löhe (1723-1769) und Johann Aegidus Eichhorn (1724-1787). Schon 1739 erschien in seinem Verlag ein Kalender mit dem Titel Der Curieuse Bauer, wobei allerdings kein Verfasser genannt wird. Dieser Kalender könnte bereits auf Adelbulner zurückgehen.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Adelbulner wurde am 15. September 1735 als auswärtiges Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und am 12. August 1741 in die Kaiserliche Akademie der Naturforscher (Leopoldina).

Ausgewählte Werke:

Literatur:

Links:


Fußnoten

  1. "Adelbulner Johann Ernst Buchdrucker, Anna Barbara, Michael, Müller Merc. 3. [Februar 1702]" (Taufen St. Lorenz 1693-1712, S. 9).
  2. "☉ den 25. Julii [1779] S. T. Dm. Michael Adelbulner, Philos. et Medic. Doctor Math. Scient. Natural. et Logicae Prof. Publ. Ordin. atque Acad. Nat. Curios. Imperial. et reg. Societ. Scient. Boruss. Sodalis itemque Societ. Latinae Altdorf. Socie Honaratii optime merriti. 77 Jahr, 5 Monathe u. 18 Tage" (Bestattungen Altdorf 1770-1795, S. 139, Nr. 75.).
  3. "15. [Januar 1665] Ferdinand Adelbulner, Grünfischer, Barbara, Johann Ernst, Johann Ernst Litt, Feld Trompeter […] Eberhard Schirr, Brillenmacher" (Taufen St. Sebald 1655-1675, S. 501).
  4. "☽. d. 9. [September 1737] Der Erb. u. Fürnehme Joh. Ernst Adelbulner, zwischen den Fleischbäncken" (Bestattungen St. Sebald 1732-1740, S. 239, Nr. 128).
  5. "Leonhard Andreas Ammon, Roten Bierbrauer, Anna, Jacob, Anna Barbara [Zwillinge], Ammon […] Bierbrauer, Michael Müller Roten Bierbrauers Uxor, 29. [Januar 1682]" (Taufen St. Lorenz1681-1692, S. 817).
  6. "☿. d. 13. ejusd. [= November 1720] Die Erb. u. Tugendr. Fr. Anna Barbara, deß Erb. u. fürnehmen Johann Ernst Adelbulner ehel. Haußfr., zwischen den Fleischbänken, 3erl" (Bestattungen St. Sebald 1711-1720, S. 443, Nr. 51).
  7. "♂. d. 12 9br [=November 1737] Der Edel, Vest und Hochgelehrte Hl. Michael Adelbulner, Medicinae Candidatus, des Erbar u: Fürnehmen Johann Ernst Adelbulner S. h. E. S. die Erbare u. Ehrn Tugendreiche Jgfr. Maria Barbara, deß Erbar und Fürnehmen Michael Christoph Wachau S. h. E. T. Votiv im Endnerischen Haus auf dem Berglein" (Trauungen St. Lorenz 1737-1789, S. 22).
  8. "Wachau, Michael Christoph Schwarz u. Schön Ferber, Anna Ursula, Maria Barbara, Georg Wilhelm Ambergers uxor, war vertreten worden von Fr. Magdalena, Johann Georg Freund Merc. Vidua, 31. [August 1706]" (Taufen St. Lorenz 1693-1712, S. 962).
  9. "♀ den 4. Junii [1773] S. Tit. Frau Maria Barbara S. T. Herrn Michael Adelbulners, Philos. ac Med. Doctoris, Mathes. Phÿs. et Logicae Prof. Publ. Ordin. Acad. Imperial. Nat. Curios. et Reg. Berol. Societ. Scient. College Celeberrimi, Frau Ehegenossin, 66. J. 7. M. & 27. T." (Bestattungen Altdorf 1770-1795, S. 71, Nr. 58).


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